Risikobericht
Das Governance-System der KION Group
Grundzüge des Governance-Systems
Die Governance-Struktur der KION Group basiert auf einem internen Kontrollsystem (IKS) und einem Risikomanagementsystem (RMS) gemäß § 91 Abs. 3 AktG sowie einem Compliance-Management-System (CMS). Das RMS schließt das gesetzlich geforderte Risikofrüherkennungssystem (RFS) nach § 91 Abs. 2 AktG ein. Diese Systeme sind darauf ausgerichtet, eine vorausschauende und zielgerichtete Steuerung sowie frühzeitige Identifikation und Behandlung von Risiken zu gewährleisten.
Die Geschäftstätigkeit der KION Group ist mit vielfältigen Risiken aber auch Chancen verbunden. Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken und Chancen sowie deren gezielte strategische und ausgewogene Steuerung gehören daher zu den zentralen Elementen der Unternehmensführung. Ziel ist es, unternehmerische Chancen bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig Risiken kontrolliert einzugehen. Bestandsgefährdende Risiken sollen dabei vermieden werden. Die verantwortlichen Managementfunktionen sollen gezielt entscheiden können, ob Risiken akzeptiert, transferiert, vermieden oder durch geeignete Steuerungsmaßnahmen reduziert werden.
Das RMS der KION Group ist darauf ausgelegt, dass Risiken in allen Unternehmensbereichen frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert werden. Auf diese Weise schützt das System finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte und unterstützt die Erreichung der Unternehmensziele. Das an den spezifischen Bedürfnissen der KION Group ausgerichtete interne Kontrollsystem umfasst die Gesamtheit aller systematisch definierten Kontrollen und Überwachungsaktivitäten mit dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften und internen Richtlinien zu gewährleisten.
Die Gestaltung der Elemente des internen Kontrollsystems der KION Group orientiert sich an dem international anerkannten Rahmenwerk für interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission („COSO-Modell“). Das System umfasst daher als wesentliche Bestandteile die Bereiche Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten, Information und Kommunikation sowie laufende Überwachung. Sämtliche konsolidierten Tochterunternehmen der KION Group sind Bestandteil des internen Kontrollsystems. Der Umfang der auszuführenden Kontrollaktivitäten ist dabei abhängig von den spezifischen Risiken und ihrer Wesentlichkeit für den Konzernabschluss der KION GROUP AG. Das System und die angewandten Methoden werden kontinuierlich weiterentwickelt und hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit regelmäßig beurteilt. Aufgrund der inhärenten Beschränkungen eines jeden Kontrollsystems kann jedoch eine vollumfängliche Sicherheit nicht gewährleistet werden.
Zur Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Kontrollsystems wird grundsätzlich auf die Ausführungen in der Erklärung zur Unternehmensführung verwiesen.
Das CMS ist nach dem Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer ausgelegt (IDW PS 980). Zielsetzung des CMS ist es, sämtliche Geschäftsaktivitäten im Einklang mit geltenden rechtlichen und ethischen Vorgaben durchzuführen. Der IDW PS 980 bietet dabei einen strukturierten Rahmen für Konzeption und Implementierung eines wirksamen CMS, das die spezifischen Risiken und Anforderungen der KION Group sowie die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder der Geschäftsbereiche berücksichtigt.
Das CMS orientiert sich an einem risikoorientierten Ansatz: Durch regelmäßige Analysen und Überprüfungen sollen potenzielle Compliance-Risiken frühzeitig erkannt werden. Klare Richtlinien, Schulungen und ein verbindlicher Verhaltenskodex fördern verantwortungsbewusstes Handeln. Ein mehrstufiges Kontrollsystem unterstützt Transparenz, trägt dazu bei, Verstöße zeitnah aufzudecken, und ermöglicht eine zeitnahe Reaktion durch geeignete Gegenmaßnahmen. Hinweisgeber verfügen über festgelegte Meldewege, Verantwortlichkeiten sind eindeutig definiert.
Das auf den Grundprinzipien des IDW PS 980 basierende CMS folgt dem Leitgedanken „Vorhersehen, Verhindern, Erkennen und Reagieren“. Dies erfolgt im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, bei dem das System regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst wird. Durch das systemübergreifende Zusammenwirken von CMS, RMS und IKS wird eine konsistente Überführung von Erkenntnissen in den Regelbetrieb sowie deren fortlaufende Nachverfolgung sichergestellt. Damit wird nicht nur die Rechtssicherheit der KION Group angestrebt, sondern es kann dadurch auch flexibel auf regulatorische Veränderungen reagiert und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden.
Wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess
Zentrale Zielsetzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, das Risiko wesentlicher Fehlaussagen in der Rechnungslegung und Fehlbewertungen zu vermeiden sowie die Einhaltung der maßgeblichen Vorschriften und internen Arbeitsanweisungen zu gewährleisten. Dies schließt die Normenkonformität von Konzern- und Jahresabschluss sowie zusammengefasstem Lagebericht mit den angewandten Rechnungslegungsvorschriften ein. Im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess hat die KION Group innerhalb ihres internen Kontrollsystems klare Strukturen und Prozesse definiert und organisatorisch verankert.
Die Konzernfunktion Corporate Accounting, Controlling & Tax koordiniert die Erstellung des Konzern- und Jahresabschlusses der KION GROUP AG. Sie legt verbindliche Anforderungen an die Berichtsinhalte für alle Tochtergesellschaften fest und steuert bzw. überwacht die Einhaltung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben. Besonders komplexe Sachverhalte und Fragestellungen werden unter Hinzuziehung der Fachabteilungen oder externer Experten bearbeitet.
Änderungen von Gesetzen, Rechnungslegungsstandards und anderer Verlautbarungen werden fortlaufend auf Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht analysiert und die daraus resultierenden Änderungen in den konzerninternen Richtlinien und Prozessen berücksichtigt.
Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen müssen bei der Erstellung ihrer IFRS-Berichtspakete das KION Group IFRS Accounting Manual befolgen. Diese Bilanzierungsrichtlinie umfasst die in der KION Group bei der Bilanzierung nach IFRS anzuwendenden Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisregeln. Darin werden vor allem die für das Geschäft der KION Group spezifischen Rechnungslegungsgrundsätze erläutert.
Grundlagen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sind neben Richtlinien und Arbeitsanweisungen auch prozess- und systemintegrierte Funktionstrennungen sowie das Vier-Augen-Prinzip und Freigabeverfahren. Die an dem Konzern-Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter werden dazu regelmäßig geschult.
Die Angemessenheit und operative Wirksamkeit des internen Kontrollsystems werden regelmäßig im Rahmen von Selbstbewertungen, im Sinne von arbeitsteiligen Wirksamkeitsprüfungen („Control Self Assessments“) durch die Kontrollverantwortlichen und Führungskräfte beurteilt. Die Ergebnisse werden in einem zentralen IT-System erhoben und dokumentiert. Darüber hinaus erfolgen für Teilbereiche des internen Kontrollsystems auch externe Überprüfungen. Neben den (Konzern-) Rechnungslegungsprozessen unterliegt auch das interne Kontrollsystem der regelmäßigen Überprüfung durch die Interne Revision. Dabei werden insbesondere die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems zur Vermeidung von Vermögensverlusten, die Einhaltung gesetzlicher Auflagen sowie von Geschäftsführungsdirektiven, sonstigen Richtlinien und internen Anweisungen sowie die Ordnungsmäßigkeit der Aufgabenerfüllung und die Einhaltung wirtschaftlicher Grundsätze berücksichtigt. Identifizierte Kontrollmängel werden ordnungsgemäß dokumentiert und Gegenmaßnahmen zur Behebung der Mängel ergriffen. Der Vorstand sowie der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der KION GROUP AG werden jährlich über die Ergebnisse der Selbstbewertungen bezüglich des internen Kontrollsystems unterrichtet.
Wesentliche Merkmale des Risikomanagementsystems
Governance und konzernweiter Geltungsbereich
Das Risikomanagementsystem (RMS) der KION Group orientiert sich an den Rahmenwerken ISO 31000 und COSO ERM 2017, am Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) sowie an den Prüfungsstandards IDW PS 340 und IDW PS 981. Damit kommt die KION Group ihrer Verpflichtung zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und anerkannter Standards nach.
Zur Steigerung der Wirksamkeit, Transparenz und Resilienz hat die KION Group ihr RMS im Laufe des Geschäftsjahres 2025 weiterentwickelt. Im Zuge dieser Weiterentwicklung wurde unter anderem eine neue Risikosoftware zur Erfassung und Steuerung von Risiken eingeführt, die die Risikomanagementprozesse gezielt unterstützt und deren Effizienz sowie mögliche Synergien nachhaltig stärken soll. Das RMS ist konzernweit in allen konsolidierten Gesellschaften sowie in den Gruppenfunktionen implementiert und wird zentral durch die Konzernfunktion Corporate Risk Management gesteuert.
Strategie und Ziele des Risikomanagements
Das RMS strebt danach, den Unternehmenswert und eine risikobewusste Unternehmenskultur nachhaltig zu fördern. Es fokussiert sich auf die Etablierung einer Risikokultur, die rechtlich fundiert, wirtschaftlich nachhaltig und risikobewusst bei der Entscheidungsfindung ist. Zentrale Bestandteile sind die Schaffung eines transparenten Rahmenwerks, die Definition von Risikobereitschaft und -toleranz sowie die laufende Überwachung der Risikotragfähigkeit. Dadurch sollen potenzielle Bestandsgefährdungen frühzeitig erkannt und im Einklang mit der strategischen Unternehmensausrichtung gesteuert werden.
Die KION Group definiert die Risikotragfähigkeit als das maximale Risiko, das der Konzern tragen kann, ohne seine Existenz zu gefährden. Zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition kommt eine Monte-Carlo-Simulation zum Einsatz, deren Ergebnisse einschließlich eines Risikopuffers in die Beurteilung der Risikotragfähigkeit einfließen. Das RMS gewährleistet, dass Risikobetrachtungen systematisch in Management- und Investitionsentscheidungen integriert werden und Transparenz über Schadenspotenziale, Eintrittswahrscheinlichkeiten und Steuerungsmaßnahmen geschaffen wird.
Organisation des Risikomanagements
Das RMS der KION Group definiert klare Verantwortlichkeiten: Der Vorstand der KION GROUP AG trägt die Gesamtverantwortung für die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit des Systems. Die zentrale Risikomanagementfunktion steuert den Prozess konzernweit und sorgt für methodische Konsistenz.
Auf Ebene der operativen Einheiten und zentralen Dienstleistungsfunktionen sind Risk Manager, Risk Controller und Risikoverantwortliche benannt, die Risiken identifizieren, bewerten und steuern. Definierte Berichtsprozesse an den Corporate Risk Officer und den Corporate Risk Manager ermöglichen eine enge Verzahnung zwischen zentraler Steuerung und dezentraler Verantwortung.
Zur konzernweiten Abstimmung und Bewertung der Gesamtrisikolage finden quartalsweise Sitzungen bereichsbezogener sowie eines zentralen Risk Committees statt. Diese Gremien dienen als Plattform für den konzernweiten Risikodialog, in dem bestehende und potenzielle Risiken ganzheitlich diskutiert werden. Organisatorisch ist das Risikomanagement eng an die Finanzorganisation angebunden.
Risikoinformationen werden in einer spezialisierten Risikomanagement-Software erfasst, dokumentiert und fortlaufend aktualisiert. Alle Mitarbeitenden sind angehalten, Risiken aktiv zu identifizieren und an die entsprechenden Stellen zu melden.
Risikoorganisation der KION Group
Das RMS folgt einem ganzheitlichen, managementorientierten Ansatz, der fest in die Unternehmensstruktur eingebettet ist. Chancen werden im RMS der KION Group nicht abgebildet, sondern in der Unternehmensplanung aktiv gesteuert. Der kontinuierliche Risikomanagementprozess umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung, Berichterstattung und Überwachung von Risiken.
Bewertungssystematik
Risiken werden im Rahmen des konzernweiten Bewertungsprozesses sowohl auf Brutto- als auch auf Nettobasis bewertet, also ohne bzw. mit Berücksichtigung von Gegensteuerungsmaßnahmen. Grundlage bilden der relevante Zeithorizont, die Eintrittswahrscheinlichkeit und die finanzielle Auswirkung. Der Zeithorizont orientiert sich an der Konzernplanung und umfasst den Zeitraum des kommenden Geschäftsjahres sowie die Mittelfristplanung von bis zu drei Jahren für langfristige Risiken. Eine noch längerfristige Betrachtung erfolgt insbesondere bei strategischen oder nachhaltigkeitsbezogenen Risiken sowie bei Extremrisiken.
Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen in einer definierten Risikomatrix bewertet und berichtet. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich quantitativ als Abweichung vom geplanten EBIT; ausgenommen sind Risiken, die das Finanzergebnis sowie die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen. Bei Bedarf erfolgt eine qualitative Bewertung anhand festgelegter Klassen.
Generell sind Risiken mit einer potenziellen Bruttoauswirkung auf das EBIT, die einen gesetzten Schwellenwert überschreiten, an das zentrale Risikomanagement zu melden. Die KION Group berücksichtigt im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD-Anforderungen auch ESG-bezogene Risiken, die identifiziert, bewertet und im Risikoinventar abgebildet werden.
Risikoinventar und Simulation der Gesamtrisikolage
Die KION Group definiert klare Grenzen für Art und Umfang der Risiken, die im Rahmen ihrer strategischen und operativen Zielsetzungen eingegangen werden dürfen. Ziel ist eine ausgewogene Balance der Risikoposition zwischen Risikobereitschaft, Risikotoleranz und Risikotragfähigkeit. Zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition werden die Einzelrisiken mittels Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung von Korrelationen und Abhängigkeiten aggregiert. Dieses Verfahren ermöglicht eine Analyse der Risikoverteilung sowie des Value at Risk und unterstützt die Einschätzung der Risikotragfähigkeit auf Konzernebene. Die Simulationsergebnisse bilden die Grundlage für die kontinuierliche Bewertung der Gesamtrisikolage im Verhältnis zur definierten Risikotragfähigkeit. Damit stellt die KION Group sicher, dass Risiken konsistent aggregiert, Abhängigkeiten angemessen berücksichtigt und potenzielle Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Auf diese Weise stärkt das Unternehmen seine Widerstandsfähigkeit gegen Unsicherheiten und fördert eine vorausschauende, risikobewusste Unternehmenssteuerung.
Risikosteuerung
Risiken werden innerhalb der KION Group – abhängig von der festgelegten Risikostrategie – aktiv gesteuert oder, sofern vertretbar, bewusst akzeptiert. Der Steuerungsprozess umfasst präventive und reaktive Maßnahmen mit dem Ziel, sowohl Eintrittswahrscheinlichkeit als auch potenzielle Schadenshöhe zu reduzieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird im Rahmen des quartalsweisen Risikoreportings überprüft und an das Corporate Risk Management gemeldet. Änderungen in den Risikobewertungen werden systematisch dokumentiert und fließen in die Risikoberichterstattung auf verschiedenen Ebenen der Organisation ein. Das Risikoreporting wird in den jeweiligen Risk Committees besprochen und anschließend dem Vorstand sowie dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der KION GROUP AG vorgelegt. Durch diese strukturierte und standardisierte Vorgehensweise stellt die KION Group eine konsistente und wirksame Steuerung ihrer Risikoposition sicher.
Überwachung des Risikomanagementsystems
Das Risikomanagementsystem der KION Group wird fortlaufend überwacht, um sicherzustellen, dass es den internen Anforderungen des Konzerns sowie den externen regulatorischen Vorgaben entspricht und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ziel ist es, Effizienz, Transparenz und Wirksamkeit des Systems dauerhaft zu gewährleisten. Dieses Überwachungskonzept, das unter anderem auch eine regelmäßige Überprüfung durch die Interne Revision vorsieht, unterstützt die fortlaufende Optimierung der Prozesse, indem die wesentlichen Elemente des RMS regelmäßig überprüft und verbessert werden. Die Ergebnisse der Überwachung bilden die Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung des RMS und tragen zur Stärkung des Risikobewusstseins sowie der Qualität der Risikosteuerung in allen Unternehmensbereichen der KION Group bei.
Veränderte Bewertungssystematik
ESRS 1.119 (a) Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Risikobewertungssystematik der KION Group überarbeitet. Anstelle der bisher verwendeten 3x3-Risikoklassifizierung erfolgt die Bewertung nun anhand einer 5x5-Risikoklassifizierung, um eine differenziertere Einordnung von Wahrscheinlichkeit und Auswirkung zu ermöglichen. Im Vergleich zur Bewertungssystematik des Vorjahres geht der Betrachtungszeitraum nun über den Prognosezeitraum von 12 Monaten hinaus und umfasst damit auch längerfristige Risiken. Dies kann sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkung der Risiken beeinflussen. Zudem basiert die Darstellung der Risikokategorien nicht mehr ausschließlich auf der bisherigen Bruttosicht, sondern berücksichtigt eine weiterentwickelte Methodik zur aggregierten Risikoeinschätzung gemäß Nettosicht (nach Gegensteuerungsmaßnahmen).
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31.12.2024 |
|
31.12.2025 |
|---|---|---|---|
Auswirkungsklasse |
in Mio. € |
Auswirkungsklasse |
in Mio. € |
Hoch |
≥ 250 |
Sehr hoch |
≥ 100 |
Mittel |
≥ 50 – < 250 |
Hoch |
≥ 50 – < 100 |
Niedrig |
0 – < 50 |
Mittel |
≥ 25 – < 50 |
|
|
Niedrig |
≥ 5 – < 25 |
|
|
Unwesentlich |
> 1 – < 5 |
|
|
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|
Wahrscheinlichkeitsklasse |
in Prozent |
Wahrscheinlichkeitsklasse |
in Prozent |
Hoch |
≥ 75 – 99,9 |
Sehr wahrscheinlich |
≥ 75 – 99,9 |
Mittel |
≥ 25 – < 75 |
Wahrscheinlich |
≥ 50 – < 75 |
Niedrig |
0,1 – < 25 |
Möglich |
≥ 25 – < 50 |
|
|
Unwahrscheinlich |
≥ 5 – < 25 |
|
|
Selten |
0,1 – < 5 |
Im Geschäftsjahr 2025 wurde der bestehende Risikokatalog für nachhaltigkeitsbezogene Risiken überarbeitet und gemäß den Anforderungen der CSRD um weitere ESG-Risiken ergänzt. Auf Basis der nach diesen neuen Regularien durchgeführten doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden die identifizierten ESG-Risiken im Geschäftsjahr 2025 in das Risikomanagement der KION Group integriert. Diese finden sich im Risikoinventar in den Kategorien Umweltrisiken (Environmental), den externen Risiken (Social) und HR-Risiken (Governance) wieder. (ESRS 2 IRO-1 Tz. 53 c ii.)
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Risiken identifiziert, die einen wesentlichen Einfluss auf die KION Group haben können. Die Risiken werden gemäß ihrer Auswirkung und Wahrscheinlichkeit bewertet und als „niedrig“, „mittel“, „hoch“ und „sehr hoch“ klassifiziert.
Die folgende Übersicht bietet einen aggregierten Gesamtüberblick über die Risikoeinschätzung der wesentlichen Risiken. Die Risikoaggregation wird durch Gewichtung von relevanten Einzelrisiken in den verschiedenen Risikokategorien durchgeführt. Gemäß den festgelegten Intervallgrenzen einer Risikomatrix werden die Risikokategorien klassifiziert. Zudem wird die Veränderung des Erwartungswerts im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
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Bruttosicht |
|---|---|---|---|
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31.12.2024 |
Kategorie |
Auswirkungsklasse |
Wahrscheinlichkeitsklasse |
Risikoklassifizierung |
Marktrisiken |
Hoch |
Niedrig |
Mittel |
Wettbewerbsrisiken |
Niedrig |
Mittel |
Niedrig |
Beschaffungsrisiken |
Mittel |
Niedrig |
Niedrig |
Risiken aus dem Kundenprojektgeschäft |
Hoch |
Mittel |
Hoch |
Produktionsrisiken |
Mittel |
Niedrig |
Niedrig |
IT- und Datensicherheitsrisiken |
Mittel |
Niedrig |
Niedrig |
Finanzielle Risiken |
Mittel |
Niedrig |
Niedrig |
Personelle Risiken |
Mittel |
Niedrig |
Niedrig |
Risiken aus dem Leasinggeschäft |
Niedrig |
Niedrig |
Niedrig |
Rechtliche Risiken |
Niedrig |
Niedrig |
Niedrig |
Umweltrisiken |
Niedrig |
Niedrig |
Niedrig |
Steuerliche Risiken |
Niedrig |
Mittel |
Niedrig |
Externe Risiken |
Niedrig |
Mittel |
Niedrig |
|
|
|
Bruttosicht |
|---|---|---|---|
|
|
|
31.12.2025 |
Kategorie |
Auswirkungsklasse |
Wahrscheinlichkeitsklasse |
Risikoklassifizierung |
Marktrisiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
Wettbewerbsrisiken |
Sehr hoch |
Möglich |
Hoch |
Beschaffungsrisiken |
Hoch |
Unwahrscheinlich |
Mittel |
Risiken aus dem Kundenprojektgeschäft |
Sehr hoch |
Möglich |
Hoch |
Produktionsrisiken |
Hoch |
Möglich |
Hoch |
IT- und Datensicherheitsrisiken |
Sehr hoch |
Wahrscheinlich |
Sehr hoch |
Finanzielle Risiken |
Mittel |
Möglich |
Mittel |
Personelle Risiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
Risiken aus dem Leasinggeschäft |
Unwesentlich |
Selten |
Niedrig |
Rechtliche Risiken |
Hoch |
Wahrscheinlich |
Hoch |
Umweltrisiken |
Sehr hoch |
Möglich |
Hoch |
Steuerliche Risiken |
Hoch |
Möglich |
Hoch |
Externe Risiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
|
|
|
Nettosicht |
|---|---|---|---|
|
|
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31.12.2025 |
Kategorie |
Auswirkungsklasse |
Wahrscheinlichkeitsklasse |
Risikoklassifizierung |
Marktrisiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
Wettbewerbsrisiken |
Sehr hoch |
Möglich |
Hoch |
Beschaffungsrisiken |
Hoch |
Unwahrscheinlich |
Mittel |
Risiken aus dem Kundenprojektgeschäft |
Sehr hoch |
Möglich |
Hoch |
Produktionsrisiken |
Niedrig |
Wahrscheinlich |
Mittel |
IT- und Datensicherheitsrisiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
Finanzielle Risiken |
Niedrig |
Möglich |
Mittel |
Personelle Risiken |
Mittel |
Unwahrscheinlich |
Mittel |
Risiken aus dem Leasinggeschäft |
Unwesentlich |
Selten |
Niedrig |
Rechtliche Risiken |
Mittel |
Unwahrscheinlich |
Mittel |
Umweltrisiken |
Sehr hoch |
Unwahrscheinlich |
Hoch |
Steuerliche Risiken |
Mittel |
Möglich |
Mittel |
Externe Risiken |
Hoch |
Unwahrscheinlich |
Mittel |
Gesamtaussage zur Risikosituation
Nach Einschätzung der KION Group bleibt die Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil. Trotz weiterhin herausfordernder Rahmenbedingungen, insbesondere im konjunkturellen und geopolitischen Umfeld, wurden zum Bilanzstichtag keine Risiken identifiziert, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten – weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit. Diese Einschätzung basiert auf der Analyse der gesamten Risikoexposition sowie der Tragfähigkeitsbewertung.
Risiko-Matrix (Nettosicht) zum 31. Dezember 2025
ESRS 2.53 (c) ii.
Wesentliche Risiken
Marktrisiken
Marktrisiken resultieren daraus, dass die gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung ungünstiger verlaufen kann als im Prognosebericht dargestellt.
Im Segment Industrial Trucks & Services basiert die Marktprognose für das Jahr 2026 auf der Annahme einer leichten Steigerung der Bestellzahlen. Die KION Group sieht aber das mögliche Risiko, dass die Bestellzahlen im Auftragseingang entgegen den Erwartungen rückläufig sein könnten. Dadurch würde die Ertragslage des Segments Industrial Trucks & Services entsprechend belastet.
Im Markt für Lagerautomatisierungslösungen des Segments Supply Chain Solutions rechnet die KION Group, gestützt durch Erhebungen von Interact Analysis, für das Jahr 2026 mit einem spürbaren Anstieg des Auftragseingangs gegenüber dem Vorjahr.
Zyklische Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität haben Auswirkungen sowohl auf den Markt für Flurförderzeuge als auch auf den Markt für Lagerautomatisierungslösungen, wobei Letzterer aufgrund der langfristigeren Perspektive der Investitionsentscheidungen insgesamt weniger zyklisch reagiert.
Das Investitionsverhalten der Kunden hängt in hohem Maße von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Situation in der jeweiligen Kundenbranche ab. Daher besteht das Risiko, dass die Umsatzerwartung der KION Group für das Geschäftsjahr 2026 zu hoch ausgefallen sein könnte.
Da die KION Group die Fixkosten nur teilweise und verzögert an Nachfrageschwankungen anpassen kann, wirken sich Umsatzrückgänge ergebnisbelastend aus. Trotz der Bedeutung des nordamerikanischen Absatzmarkts, insbesondere für das Segment Supply Chain Solutions, und des perspektivisch weiter wachsenden Geschäftsvolumens in China wird nach wie vor der größte Teil des Umsatzes der KION Group in der Region EMEA erzielt. Daher haben die in Europa vorherrschenden Marktbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns.
Zusätzlich können Risiken aus handels- und geopolitischen Konflikten und Spannungen das Wachstum der Weltwirtschaft teilweise ausbremsen. Besonders im Fokus stehen dabei potenzielle Handelsbarrieren oder anhaltende geopolitische Konflikte, die beispielsweise auch das Risiko verschärfen, dass die Verfügbarkeit von Rohstoffen oder deren Preise negativ beeinträchtigt werden. Weiterhin wird die KION Group den Konflikt zwischen der Volksrepublik China und Taiwan aufmerksam verfolgen. Im Falle weiterer Verhärtungen drohen Verknappungen am Halbleitermarkt, etwa aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit seltener Erden, die sich indirekt auch auf das Unternehmen auswirken können. Auf mittlere Sicht könnten neue Handelsbarrieren die Absatzmöglichkeiten spürbar beeinträchtigen und eine erneute Unterbrechung globaler Lieferketten mit entsprechenden Folgen für die Produktion hervorrufen.
In Summe könnte sich dies negativ auf die Investitionsbereitschaft der Kunden und die daraus resultierende Nachfrage nach Produkten und Serviceleistungen der KION Group auswirken und zu einem Umsatzrückgang führen. Ob jedoch solche Marktrisiken eintreten und dann einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäfts- und Ertragslage haben, ist zurzeit nicht absehbar.
Die weitere Entwicklung der geopolitischen Lage einschließlich der Folgewirkungen auf die daraus resultierende Risikoentwicklung wird genau beobachtet. Eingeleitete Maßnahmen in beiden operativen Segmenten sollen dazu beitragen, das Ertragsrisiko aus konjunkturell bedingten Umsatzrückgängen zu begrenzen. Der nach Branchen und Regionen diversifizierte Kundenstamm und der Ausbau der Serviceaktivitäten tragen zur Risikobegrenzung bei.
Darüber hinaus beobachtet die KION Group den Markt intensiv, um Marktrisiken frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Produktionskapazitäten anpassen zu können. Über das weltwirtschaftliche Wachstum hinaus analysiert die KION Group unter anderem die Wechselkursentwicklung, die Preisstabilität, das Konsum- und Investitionsklima, die Außenhandelsaktivität sowie die politische Stabilität in den wesentlichen Absatzmärkten und prüft fortlaufend die möglichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns.
Die Marktrisiken werden bei einer sehr hohen Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „hoch“ angesehen.
Wettbewerbsrisiken
In beiden operativen Segmenten bestehen Risiken von Marktanteilsverlusten an Wettbewerber sowie eines zunehmenden Preisdrucks. Dies könnte dazu führen, dass die Umsatzerlöse in den Segmenten und folglich auch im Konzern geringer als erwartet ausfallen.
Die Märkte der KION Group sind durch einen intensiven, auch über den Preis geführten Wettbewerb gekennzeichnet. Der Preiswettbewerb wird dadurch verschärft, dass manche Hersteller, teils aufgrund der Währungssituation, teils aufgrund geringerer lokaler Herstellkosten, über Kostenvorteile verfügen. Dies wirkt sich hauptsächlich auf das Segment Industrial Trucks & Services aus, da dort vor allem im Economy- und Volumen-Segment ein starker Preiswettbewerb herrscht. Diesem Risiko begegnet die KION Group durch Variantenvielfalt auf Basis modularer Konzepte sowie eine hohe Serviceverfügbarkeit insbesondere im Volumen- und Premium-Segment.
Es besteht die Möglichkeit, dass Wettbewerber sich zusammenschließen und durch eine stärkere Position die Absatzchancen der KION Group beeinträchtigen. Ebenso könnten in Erwartung höherer Volumina und Margen Überkapazitäten aufgebaut werden, die den Preisdruck erhöhen. Obwohl die KION Group bislang in der Lage ist, auf Basis des hohen Kundennutzens ihrer Produkte und Services angemessene Preise durchzusetzen, werden vielfältige Maßnahmen zur Verminderung von Wettbewerbsrisiken ergriffen und weiterhin angestrebt. Dazu zählt unter anderem der Aufbau von Joint Ventures, Kooperationen, strategischen Partnerschaften, das Fördern der Innovationskraft sowie Maßnahmen zur Produktkostenreduzierung.
Die Wettbewerbsrisiken werden bei einer sehr hohen Auswirkungshöhe und einer möglichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „hoch“ angesehen.
Beschaffungsrisiken
Auf der Beschaffungsseite stellen die generelle Verfügbarkeit von Teilen und Komponenten sowie steigende Einkaufspreise von Rohstoffen, Vor- und Zwischenprodukten sowie Logistikdienstleistungen und Energie potenzielle Risiken dar.
Die Material-, Energie- und Logistikkosten sind wesentliche Einflussfaktoren auf die Kostenstruktur der KION Group. Geopolitische Entwicklungen können die Beschaffungspreise, etwa bei Energierohstoffen, abrupt ansteigen lassen. Darüber hinaus können geopolitische Schocks auch zu erheblichen Störungen in den Lieferketten führen und Kapazitätsbeschränkungen auf Lieferantenseite verursachen. Die KION Group arbeitet bei einigen Komponenten mit einer begrenzten Anzahl an Lieferanten zusammen. Daraus resultierende potenzielle Lieferengpässe gegenüber den Endkunden der KION Group können sich vorübergehend ertragsmindernd auswirken und Produktionsineffizienzen zur Folge haben. Bewährt hat sich das im Berichtsjahr konsequent betriebene Programm zum kooperativen Nachfrage- und Kapazitätsmanagement für Lieferanten, um präventiv entgegenzusteuern.
Die KION Group hat Gegenmaßnahmen auf der Lieferanten- und Absatzseite ergriffen. So werden möglichen Störungen in den Lieferketten mit einer verstärkten Diversifizierung auf der Lieferantenseite und einem engmaschigen Monitoring der Lieferanten im Rahmen des globalen Beschaffungswesens begegnet. Ziel ist es, die Diversifikation auch im Geschäftsjahr 2026 weiter voranzutreiben. Durch dedizierte Projektteams werden die Lieferketten, die Materialverfügbarkeit und Lieferfähigkeit der Lieferanten fortlaufend überwacht. Für kritische Materialien werden zudem Sicherheitsbestände vorgehalten.
Die Beschaffungsrisiken werden bei einer hohen Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Risiken aus dem Kundenprojektgeschäft
Im Kundenprojektgeschäft des Segments Supply Chain Solutions können sich Risiken aus zeitlichen Abweichungen gegenüber einem ursprünglich mit dem Kunden vereinbarten Zeitplan ergeben, die zu erhöhten Projektkosten, zu Verschiebungen von Umsatz- und Gewinnrealisierungen in Folgejahre sowie zu Vertragsstrafen führen können. Ebenso können Risiken aufgrund von technischen Abweichungen gegenüber zugesicherten Spezifikationen eintreten, aus denen Mehrkosten für die Fertigstellung und Vertragsstrafen resultieren können. Eine hohe Komplexität bei der technischen Spezifikation der Kundenlösungen kann entlang der Projektlaufzeit einzelner Projekte zu unerwarteten Kostensteigerungen führen, die nicht oder nicht vollständig an den Kunden weitergereicht werden können. Der Eintritt dieser Risiken hätte einen negativen Effekt in Bezug auf den erwarteten Umsatz und das EBIT bereinigt zur Folge. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Einflussfaktoren wird ein eigenständiges Risikomanagement im Rahmen der Projekte durchgeführt, das ein kontinuierliches Monitoring entlang der gesamten Projektdauer umfasst. So erfolgt bereits während der technischen Erarbeitung der Angebote eine detaillierte Risikoevaluierung sowie eine auf einzelnen Projektspezifikationen basierende finanzielle Risikovorsorge. Durch einen mehrstufigen Genehmigungsprozess sollen mithilfe eines umfangreichen Kriterienkatalogs technologische, finanzielle, länder- und währungsspezifische sowie auch vertragliche Risiken so weit wie möglich mitigiert werden.
Die in der Phase der Projektrealisierung bestehenden Risikopotenziale werden auf Einzelprojektbasis durch detaillierte und kontinuierliche Überprüfungen der einzelnen Gewerke überwacht, sodass Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet und Risiken somit begrenzt werden können. Die bereits genannten Risiken von Liefereinschränkungen bei Komponenten können sich im Kundenprojektgeschäft vorwiegend in Form vereinzelter Projektverzögerungen und Mehraufwendungen in der Projektdurchführung auswirken.
Die Risiken aus dem Kundenprojektgeschäft werden bei einer sehr hohen Auswirkungshöhe und einer möglichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „hoch“ angesehen.
Produktionsrisiken
Produktionsrisiken resultieren im Wesentlichen aus Qualitätsproblemen, möglichen Störungen der Betriebsabläufe oder Produktionsausfällen einzelner Standorte. Ferner können sie als Sekundärrisiken der vorgenannten Beschaffungsrisiken auftreten. Aus strukturellen Maßnahmen und Reorganisationsprojekten können ebenfalls Umsetzungsrisiken in Form von Anlaufschwierigkeiten, Produktionsunterbrechungen oder Streikaktivitäten erwachsen. Daraus resultierende Lieferverzögerungen oder ein Auftreten von Qualitätsmängeln könnten die Positionierung der KION Group bei ihren Kunden und insofern auch die wirtschaftliche Lage beeinträchtigen.
Die KION Group reduziert Produktionsausfallrisiken durch vorbeugende Instandhaltung, Aktivitäten im Bereich des Brandschutzes und Mitarbeiterschulungen. Im Rahmen des Risikomanagements werden kritische Elemente im Wertschöpfungsprozess identifiziert und deren Auswirkung im Falle einer Unterbrechung bewertet. Als präventive Maßnahme existieren Ausfallkonzepte sowie in Teilen redundante Produktionsprozesse. Versicherungslösungen begrenzen die finanziellen Auswirkungen bei Vorliegen möglicher Schadensfälle. Die Qualitätssicherung nimmt bereits am Anfang der Wertschöpfungskette einen hohen Stellenwert ein und reduziert mögliche Qualitätsrisiken im Rahmen der Leistungserstellung. Mit anspruchsvollen Qualitätsmaßstäben in der Entwicklung, intensiven Prüfungen über die gesamte Prozesskette hinweg sowie engem Kunden- und Zuliefererkontakt begrenzt die KION Group mögliche Qualitätsrisiken.
Die Produktionsrisiken werden bei einer niedrigen Auswirkungshöhe und einer wahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
IT- und Datensicherheitsrisiken
Etwaigen IT- und Datensicherheitsrisiken, die aus dem Ausfall der IT-Systeme und der IT-Infrastruktur oder Migrationsrisiken bei Softwareupdates erwachsen können, begegnet die KION Group mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaft. Die internen IT-Ressourcen sind darüber hinaus in der segmentübergreifenden KION Group IT gebündelt, die über ein etabliertes Projektmanagement verfügt. Eine Qualitätssicherung erfolgt zusätzlich über externe unabhängige Prüfungen.
Die Zahl der Angriffe auf die globale IT-Infrastruktur von Unternehmen hat durch organisierte Kriminalität und Wirtschaftsspionage deutlich zugenommen. Die Angriffe können einen Ausfall kritischer Systeme zur Folge haben und zu Produktionsunterbrechungen, Einschränkungen der Lieferfähigkeit oder der Veröffentlichung bzw. dem Verlust von Daten führen. Ein Schadenspotenzial liegt auch darin begründet, dass ein erfolgreicher Cyberangriff neben monetären Schäden und möglichen Haftungsrisiken auch zu einem Reputationsverlust führen kann.
Verschiedene technische und organisatorische Maßnahmen wurden mit dem Ziel implementiert, die Daten der KION Group vor unberechtigtem Zugriff, Missbrauch und Verlust zu schützen. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen zur Absicherung vor und zur Abwehr von Cyberangriffen auf die IT-Systeme. Die Cyber-Defense-Strategie der KION Group ist darauf ausgerichtet, den Schutz der geschäftskritischen und aller weiteren Prozesse und Systeme durchgängig zu gewährleisten. So werden unter anderem die Zugriffe auf die Konzerninfrastruktur hinsichtlich ihrer Berechtigung geprüft und protokolliert. Darüber hinaus hat die KION Group einen Cybersecurity-Tool-Stack implementiert, um sich vor aktuellen und zukünftigen Cyberbedrohungen bestmöglich schützen zu können. Außerdem sind permanente Schwachstellenscans der gesamten IT-Infrastruktur sowie regelmäßige Penetrationstests für kritische Systeme weitere wichtige Präventivmaßnahmen.
Die IT- und Datensicherheitsrisiken werden bei einer sehr hohen Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „hoch“ angesehen.
Finanzielle Risiken
Finanzielle Risiken umfassen Liquiditäts-, Währungs-, Zins- und Kontrahentenrisiken. Zu den Kontrahentenrisiken im Zusammenhang mit der Konzernfinanzierung zählen auch Bonitätsrisiken von Finanzinstituten. Darüber hinaus gehören zu den finanziellen Risiken auch Wertminderungsrisiken insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwerte und Markennamen des Konzerns. Den Umgang mit den genannten Risiken regeln konzernweite Richtlinien.
Die aus den vereinbarten Anleihe-, Kredit- und Schuldscheinbedingungen resultierenden Risiken betreffen insbesondere das Risiko einer Überschreitung des vereinbarten maximalen Verschuldungsgrads zum jeweils vereinbarten Stichtag, welches das Recht zur Kündigung durch die Finanzierungsgeber nach sich ziehen würde. Auch ein wechselseitiger Drittverzug (Cross Default), der bei Eintritt eines solchen Kündigungsrechtes besteht, könnte ein Kündigungsrecht gemäß den übrigen Verträgen nach sich ziehen. Sollten die Kredite gekündigt werden, müsste die KION Group eine neue Finanzierung zu wahrscheinlich ungünstigeren Konditionen vereinbaren.
Die Finanzierung des Konzerns erfolgt unter anderem durch variabel bzw. festverzinsliche Finanzverbindlichkeiten. Die aus variabel verzinslichen Finanzverbindlichkeiten resultierenden Zinsänderungsrisiken werden teilweise durch Zinsswaps reduziert. Das Risiko steigender Finanzierungskosten in einem Risikoszenario ansteigender Inflation und restriktiverer Geldpolitik wird dadurch begrenzt.
Zur Minimierung des Kontrahentenrisikos gegenüber Finanzinstituten arbeitet die KION Group ausschließlich mit als Investment Grade eingestuften Finanzinstituten zusammen.
Aufgrund des hohen Anteils von nicht in Euro denominiertem Geschäft ist die KION Group Währungsrisiken und -chancen ausgesetzt. Diese resultieren insbesondere aus Schwankungen der Wechselkurse im Zusammenhang mit künftigen Zahlungsströmen aus Umsätzen und Kosten in Fremdwährung. Das Währungsrisiko der geplanten operativen Zahlungsströme auf Basis der Liquiditätsplanung ist im operativen Segment Industrial Trucks & Services gemäß Richtlinie in der Regel zu 75 Prozent durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Das Segment Supply Chain Solutions sichert Währungsrisiken projektbezogen ab. Um eine weitere, natürliche Absicherung gegen Währungsrisiken zu erreichen, ist die KION Group bestrebt, Auszahlungen vorzugsweise in den Währungen auszuführen, in denen auch die Zahlungsmittelzuflüsse erwirtschaftet werden.
Die Liquiditätsplanung auf Ebene der Einzelgesellschaften ist währungsdifferenziert in den Planungs- und Berichtsprozess der KION Group eingebettet. Die Liquiditätsplanung, die zur Festlegung des Finanzierungsrahmens der Einzelgesellschaften herangezogen wird, wird fortwährend geprüft. Mit Blick auf die Refinanzierungslage der Kreditliniengeber, die sich beispielsweise in der Zahlung von Liquiditätsaufschlägen bei der Kreditvergabe unter Banken manifestiert, kann es zukünftig zu einer Verknappung der Linien und/oder erhöhten Refinanzierungskosten für Unternehmen kommen.
Das Management der Adressenausfallrisiken von Kunden erfolgt direkt auf Ebene der Einzelgesellschaften. Diese wenden ein Kreditmanagementsystem an, über das Kundenausfallrisiken frühzeitig erkannt und notwendige Gegenmaßnahmen aufgesetzt werden können.
Der Anteil von Geschäfts- oder Firmenwerten und Markennamen mit unbestimmter Nutzungsdauer an der Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2025 24,0 Prozent (Vorjahr: 24,4 Prozent). Die Bewertung dieser Vermögenswerte, die gemäß IFRS keiner planmäßigen Abschreibung unterliegen, hängt insbesondere von den Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung der KION Group ab. Sollten diese zukünftigen Erwartungen nicht wie geplant eintreten, besteht das Risiko von Wertminderungen dieser Vermögenswerte. Bei erforderlichen Wertminderungen können erhebliche, nicht zahlungswirksame Belastungen des Ergebnisses und Auswirkungen auf die Bilanzrelationen entstehen. Eine regelmäßige Überwachung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist wichtig, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die die finanzielle Stabilität des Unternehmens gewährleisten. Diese Überwachung erfolgt im Rahmen der regelmäßigen Abschlussprozesse und nicht im Rahmen des Risikomanagementprozesses. Die Überwachung der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auch der Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen und von Ausleihungen ist somit nicht Teil der Risiko-Matrix.
Die finanziellen Risiken werden bei einer niedrigen Auswirkungshöhe und einer möglichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Personelle Risiken
Die KION Group ist abhängig von der Verfügbarkeit von hoch qualifizierten Fach- und Führungskräften in Schlüsselfunktionen. Ein Ausscheiden dieser Personen könnte die Perspektiven des Konzerns nachhaltig verschlechtern. Durch eine aktive Personalarbeit ist die KION Group daher bestrebt, entsprechende Nachwuchskräfte im Unternehmen zu identifizieren und weiterzuentwickeln, sie langfristig an das Unternehmen zu binden und so eine Nachfolgeplanung für Schlüsselfunktionen im gesamten Konzern aufzusetzen. Zusätzlich positioniert sich die KION Group als attraktiver Arbeitgeber auf dem externen Arbeitsmarkt. Zum einen soll damit das Portfolio der eigenen Mitarbeiter strategisch ergänzt und so der Gefahr von möglichem Know-how-Verlust frühzeitig entgegengewirkt werden. Zum anderen soll durch den Zugang zu hoch qualifizierten Arbeitskräften die Grundlage für zukünftiges profitables Wachstum geschaffen werden.
Aus etwaigen Reorganisations- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie Kapazitätsanpassungen, die zur dauerhaften Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit erforderlich sind, kann das Risiko von Streiks oder anderweitigen Reaktionen der Belegschaft entstehen. Die KION Group ist bestrebt, negative Auswirkungen solcher Maßnahmen auf die Belegschaft nach Möglichkeit zu begrenzen und einen unter Umständen erforderlichen Stellenabbau sozialverträglich abzuwickeln. An den mitbestimmten Standorten arbeitet die KION Group dazu konstruktiv mit den Arbeitnehmervertretungen zusammen.
Pensionsverpflichtungen werden jährlich einer aktuarischen Bewertung unterzogen und die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen diskontiert. Eine Reduktion des Diskontsatzes führt zu einem höheren Barwert der Pensionsverpflichtungen und somit zu einer Verringerung des Eigenkapitals. Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Tatsache, dass die KION Group verpflichtet ist, die Differenz zwischen dem teilweise garantierten Mindestzinssatz und der tatsächlichen Rendite auf die Planvermögen in den KION Vorsorgeplan in Deutschland einzuzahlen, falls die Rendite unter dem garantierten Mindestzinssatz liegt. Dies kann zu höheren Zahlungen aus Pensionsverpflichtungen führen. Ziel der KION Group ist es, durch eine geeignete Anlagestrategie die Risiken zu begrenzen.
Die personellen Risiken werden bei einer mittleren Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Risiken aus dem Leasinggeschäft
Aus dem Leasinggeschäft zur Absatzförderung im Segment Industrial Trucks & Services können für die KION Group Restwertrisiken durch die Vermarktung von Geräten entstehen. Nach Ablauf der langfristigen Leasingverträge werden die Geräte vom Leasingnehmer zurückgegeben und anschließend durch die KION Group verwertet oder weitervermietet. Die Entwicklung der Restwerte wird auf Basis der Preisentwicklung auf den Gebrauchtgerätemärkten kontinuierlich verfolgt und prognostiziert. Die KION Group bewertet regelmäßig die Gesamtrisikoposition aus dem Leasinggeschäft.
Identifizierte Risiken für das bestehende Vertragsportfolio werden durch eine prospektive Anpassung der planmäßigen Abschreibungen, Abwertungen der Vermögenswerte oder die Bildung von Rückstellungen berücksichtigt und mindern somit das EBIT bereinigt. Bei anhaltend negativen Entwicklungen werden die Restwerte im Rahmen der Kalkulation von Neuverträgen angepasst. Konzerneinheitliche Standards zur Gewährleistung einer angemessenen Restwertkalkulation sowie ein systemgestütztes Restwertrisikomanagement sollen die Risiken reduzieren und zusätzlich die Grundlage für die erforderliche Transparenz bilden.
Die langfristigen Leasingverträge mit Endkunden werden vornehmlich auf festverzinslicher Basis abgeschlossen. Erfolgt die Refinanzierung durch variabel verzinsliche Instrumente, werden Zinsderivate zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos abgeschlossen, soweit dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichwohl unterliegt das Leasinggeschäft Zinsvolatilitätsrisiken aus verbleibenden Fristeninkongruenzen, deren Höhe auch von den jeweiligen Marktzinsentwicklungen beeinflusst wird.
Das Leasinggeschäft wird in den einzelnen Märkten in der Regel währungskongruent mit dem Endkundenvertrag refinanziert, um Währungsrisiken zu vermeiden.
Die dem Leasinggeschäft inhärenten Adressenausfallrisiken sind unverändert von untergeordneter Bedeutung. Mögliche Verluste aus den eintretenden Ausfällen reduziert der Konzern durch die Verwertungserlöse der sichergestellten Flurförderzeuge. Zudem wird das Forderungs- und Kreditrisikomanagement laufend weiterentwickelt.
Die Risiken aus dem Leasinggeschäft werden bei einer unwesentlichen Auswirkungshöhe und einer seltenen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „niedrig“ angesehen.
Rechtliche Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit ergeben sich für die KION Group die in dieser Branche üblichen rechtlichen Risiken, wie etwa zu Gewährleistungsfällen oder personalrechtlichen Angelegenheiten. Die Konzerngesellschaften sind Partei in einer Reihe von anhängigen Rechtsstreitigkeiten in verschiedenen Ländern. Die einzelnen Gesellschaften können nicht mit Sicherheit davon ausgehen, die jeweiligen Prozesse zu gewinnen oder dass die vorhandene Risikovorsorge durch Versicherungen oder Rückstellungen in jedem Fall ausreicht. Bei diesen Rechtsstreitigkeiten geht es unter anderem um Haftungsrisiken, insbesondere bei der Inanspruchnahme durch Dritte, zum Beispiel im Falle angeblich fehlerhafter Produkte des Unternehmens oder bei der angeblichen Verletzung vertraglicher Pflichten. In Summe erwartet die KION Group aus den laufenden Verfahren keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Finanz- oder Ertragslage.
Darüber hinaus bestehen grundsätzlich Risiken aus der erforderlichen Umsetzung regulatorischer Vorgaben zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft und zur Begrenzung des Klimawandels sowie aus der Umsetzung regulatorischer Vorgaben im Hinblick auf die Vermeidung bestimmter umweltschädlicher Stoffe. Auch diese Risiken werden entsprechend erfasst und bewertet.
Weitere rechtliche Risiken erwachsen grundsätzlich aus möglichen Verstößen gegen datenschutzrechtliche Vorgaben, etwa im Rahmen der Verarbeitung personenbezogener Daten und der diesbezüglichen Dokumentation. So drohen bei gravierenden Verstößen gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Bußgelder in Höhe von bis zu vier Prozent des im vorangegangenen Geschäftsjahr erzielten Jahresumsatzes.
Rechtliche Risiken ergeben sich zudem aufgrund der Exportorientierung der KION Group aus zahlreichen internationalen und lokalen Exportkontrollvorschriften. Diesen Risiken begegnet das Unternehmen mit einer Vielzahl von Maßnahmen. So ist unter anderem die Exportkontrolle einer der Schwerpunkte bei den in den Konzerngesellschaften durchgeführten Compliance-Aktivitäten.
Weiterhin können sich auch Risiken aus möglichen Rechts- bzw. Gesetzesverstößen ergeben, wie etwa in den Bereichen Korruptionsbekämpfung oder Kartell- und Kapitalmarktrecht.
Das Unternehmen hat Maßnahmen ergriffen, um Vermögenseinbußen aus derartigen Risiken zu reduzieren. Obwohl Rechtsstreitigkeiten mit Dritten aktuell und in der Vergangenheit keine wesentliche Rolle gespielt haben, werden die anhängigen Verfahren durch ein entsprechendes Reporting zentral erfasst und begleitet. Das Unternehmen beachtet hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards für den Umgang mit Produkten sowie bei der Produktentwicklung und -fertigung und hat übliche Versicherungen abgeschlossen, die etwaige Forderungen Dritter abdecken sollen. Darüber hinaus arbeiten multifunktional besetzte Teams daran, die Risiken inadäquater vertraglicher Regelungen zu vermeiden. Ein weiteres Ziel der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit besteht darin, sicherzustellen, dass Gesetze und Vorschriften sowie vertragliche Vereinbarungen jederzeit eingehalten werden.
Reputationsrisiken sind sekundäre Risiken, die aus rechtlichen Risiken sowie weiteren Risikoarten resultieren können. Die Verwicklung in potenzielle Verfahren und Untersuchungen zur Nichteinhaltung von Vorschriften könnte dem Ruf der KION Group und der verantwortlichen Personen schaden. Dies könnte zum Verlust von Kunden führen und sich negativ auf die Positionierung der Marken im Wettbewerb auswirken. Reputationsrisiken werden als qualitative Risiken nicht quantifiziert und sind daher nicht Bestandteil der Risiko-Matrix.
Die rechtlichen Risiken werden bei einer mittleren Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Umweltrisiken
Durch die Geschäftstätigkeit der KION Group entstehen zwangsläufig Umstände aus Umweltrisiken, die sich negativ auf die KION Group und die gesamte Wertschöpfungskette auswirken können. Neben Auswirkungen durch die globale Erwärmung zählen dazu beispielsweise auch der mögliche Einsatz von potenziell umweltbelastenden Materialien oder die Entstehung von potenziell schädlichen Emissionen in der Wertschöpfungskette. Umweltrisiken werden regelmäßig im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse und auch durch die Einzelrisikoerhebung der Berichtseinheiten im RMS identifiziert.
Ein wesentliches Risiko sind Extremwetterereignisse, welche die Lieferketten stören oder unterbrechen könnten und somit negative finanzielle Auswirkungen für die KION Group haben können. Die ökologischen Auswirkungen der globalen Erwärmung und die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse wie beispielsweise Stürme oder Überschwemmungen können zu instabilen Lieferketten, einer Materialverknappung und damit verbunden zu höheren Materialeinkaufspreisen führen.
Ebenso könnte ein vollständiges oder teilweises Verbot von PFAS (per- und polyfluorierten Alkylverbindungen) zu Versorgungsunterbrechungen mit hohen finanziellen Auswirkungen für den Konzern führen, sofern kurzfristig keine oder wenige knappe alternative Komponenten verfügbar sind.
Die Umweltrisiken werden bei einer sehr hohen Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „hoch“ angesehen.
Steuerliche Risiken
Die KION Group berücksichtigt grundsätzlich auch steuerliche Risiken. Dabei kann es zu Unsicherheiten hinsichtlich der Interpretation und Anwendung von Steuervorschriften kommen, die zu unerwarteten steuerlichen Belastungen führen können. Außerdem können Änderungen in der Steuergesetzgebung oder steuerliche Auseinandersetzungen mit den Finanzbehörden zu finanziellen Risiken führen. Entsprechende Nach- und Strafzahlungen wären mögliche Folgen.
Zur Minimierung dieser Risiken überwacht die KION Group die steuerlichen Vorschriften fortlaufend und passt die Steuerstrategie entsprechend an. Außerdem werden externe Experten (zum Beispiel Steuerberater) für besondere Sachverhalte konsultiert.
Die steuerlichen Risiken werden bei einer mittleren Auswirkungshöhe und einer möglichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Externe Risiken
Externe Risiken sind Ereignisse oder Entwicklungen außerhalb des direkten Einflussbereichs des Unternehmens, die dennoch erhebliche Auswirkungen auf operative Abläufe, finanzielle Ergebnisse und die strategische Positionierung haben können. Zu den wesentlichen externen Risikokategorien zählen insbesondere Veränderungen im handelspolitischen Umfeld wie steigende Einfuhrabgaben (Zölle), geopolitische Unsicherheiten sowie Reputationsrisiken, die durch negative Darstellungen in sozialen Medien entstehen können.
Veränderungen der internationalen Handels- und Zollpolitik können unmittelbare Auswirkungen auf Beschaffungs-, Produktions- und Absatzstrukturen haben. Erhöhte Einfuhrabgaben können die Kosten für importierte Vorprodukte oder fertige Waren signifikant erhöhen und dadurch die Margen belasten. Auch geopolitische Konflikte – darunter territoriale Auseinandersetzungen, Sanktionen, politische Instabilität oder Blockaden globaler Transportwege – können erhebliche Störungen für internationale Geschäftsmodelle verursachen. Digitale Kommunikationskanäle haben die Dynamik von Reputationsrisiken grundlegend verändert. Informationen – ob korrekt, verzerrt oder falsch – verbreiten sich in sozialen Medien innerhalb kürzester Zeit und können Auswirkungen auf das Vertrauen von Kunden, Partnern, Investoren und Mitarbeitenden haben.
Externe Risiken werden bei einer hohen Auswirkungshöhe und einer unwahrscheinlichen Eintrittswahrscheinlichkeit, nach Gegensteuermaßnahmen (netto), insgesamt als „mittel“ angesehen.
Forschungs- und Entwicklungsrisiken
Marktposition und wirtschaftliche Entwicklung der KION Group hängen wesentlich von der Fähigkeit ab, Produkte und Dienstleistungen speziell auf die spezifischen Bedarfe in den jeweiligen Kundenbranchen auszurichten. Dafür gilt es, Hardware (Flurförderzeuge und Automatisierungslösungen), Software (Fahrzeugsteuerung und Warehouse-Management-Systeme) und Services (von Reparatur bis Finanzierung) zu einem ganzheitlichen Angebot zu verzahnen. Dazu sind fortlaufend Produktentwicklungen erforderlich, welche die Kundenerwartungen erfüllen und sich ändernde regulatorische oder technologische Rahmenbedingungen berücksichtigen. Dafür muss die KION Group Kundenbedürfnisse und Änderungen von Rahmenbedingungen antizipieren und neue Produkte in kurzer Zeit zur Marktreife bringen. Sollte dies nicht gelingen, kann die Technologie- und Wettbewerbsposition dauerhaft beeinträchtigt werden und mittel- bis langfristig zu geringeren Umsatzerlösen führen.
Forschungs- und Entwicklungsrisiken begrenzt die KION Group durch eine konsequent am Kundennutzen ausgerichtete Entwicklung von Produkten und Lösungen. Durch die Verzahnung von Vertriebs- und Entwicklungseinheiten und die umfassende Berücksichtigung regional spezifischer Anforderungen sollen Kundenbedürfnisse kontinuierlich in den Entwicklungsprozess eingebracht werden. Es wurden bis zum Stichtag keine wesentlichen F&E-Risiken identifiziert, die eine Bewertung und damit Aufnahme in die Risiko-Matrix erfordert hätten.