Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen (IRO-1)

Die folgende Übersicht zeigt die für die KION Group spezifischen ESRS und die auf Basis der doppelten Wesentlichkeits­analyse identifizierten Themen und Unterthemen:

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte im Kontext der themenspezifischen ESRS (IROs)

Spezifisch ESRS

Themen

Unterthema
[Unter-Unterthema]

Beschreibung der spezifischen IROs (Auswirkung (+/–), Risiko, Chance)

E1

Klimawandel

Klimaschutz

Eigene Produktion und Anlagen (–)

Produktion von Primäraluminium (–)

Produktion von Stahl (–)

Einkauf von vorgefertigten Teilen (–)

Geschäftsreisen (–)

Transport und Logistik (–)

Produktnutzungsphase und Behandlung am Ende der Lebensdauer (–)

Anpassung an den Klimawandel

Extreme Wetterereignisse in der Lieferkette (Risiko)

Energie

Energieeinsatz (–)

Energieeffiziente Produkte (unternehmensspezifisch)

Globale Elektrifizierung des Produktportfolios (+)

Auswahl von Materialien mit einem hohen CO2-Fußabdruck (–)

E2

Umweltverschmutzung

Luftverschmutzung

Rohstoffgewinnung und -verarbeitung (–)

Wasserverschmutzung

Umweltverschmutzung durch Logistik (–)

Besonders besorgniserregende Stoffe

Versorgungsunterbrechung aufgrund eines möglichen Verbots von PFAS (mit einigen Ausnahmen) (Risiko)

E5

Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung

Erschöpfung natürlicher Ressourcen (–)

Verwendung von recycelten Materialien und Komponenten (+)

Ressourcenabflüsse in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen

Nichtzirkuläres Produktportfolio (–)

Aufbereitung von Produkten (+)

Abfälle

Verpackungsabfälle (–)

Abfälle aus dem eigenen Betrieb (–)

S1

Eigene Belegschaft

Arbeitsbedingungen [Gesundheitsschutz und Sicherheit]

Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Verletzungen (–)

S2

Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette

Sonstige arbeitsbezogene Rechte [Kinderarbeit/Zwangsarbeit]

Zwangsarbeit in der Metalllieferkette (–)

Kinderarbeit in den Lieferketten der verarbeitenden Industrie (–)

G1

Unternehmensführung

Management der Beziehungen zu Lieferanten, ausgenommen Zahlungspraktiken

Verantwortungsvolle Auswahl und Bewertung von Lieferanten (+)

Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen

Die KION Group hat Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte nach dem Grundsatz der doppelten Wesentlichkeit untersucht und bewertet – sowohl bezüglich der ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit der KION Group („inside-out“) als auch bezüglich der finanziellen Risiken und Chancen („outside-in“) für die Geschäftstätigkeit der KION Group. Die DMA basiert auf dem Konzept der Unterscheidung zwischen unwesentlichen und wesentlichen IROs, deren Ermittlung und Bewertungsansatz im Folgenden dargelegt werden.

Der vollumfängliche Prozess zur Identifizierung und Bewertung der wesentlichen IROs wurde im Geschäftsjahr 2024 durchgeführt.

Um eine Übereinstimmung mit den vom Risikomanagement der KION Group neu definierten Bewertungsgrößen zur finanziellen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken sicherzustellen, wurde der DMA-Prozess im Geschäftsjahr 2025 überarbeitet. Dies führte zu erhöhten Schwellenwerten sowohl für die finanzielle Dimension als auch für die Wirkungsdimension und ermöglichte dadurch eine stärkere Fokussierung auf die wesentlichen Themen. Die IROs wurden anschließend durch eine detailliertere Abstufung und den angepassten Schwellenwerten neu bewertet. Auf Basis dieser Neubewertung wurden das Unterthema „Mikroplastik“ im ESRS E2 „Umweltverschmutzung“ und der Standard ESRS E3 „Wasser und Meeresressourcen“ nicht mehr als wesentlich eingestuft. Auch die Gesamtzahl der wesentlichen IROs in den anderen Themenbereichen ist gesunken. Wie im Vorjahr wurden ESRS E4 „Biologische Vielfalt und Ökosysteme“, S3 „Betroffene Gemeinschaften“ und S4 „Verbraucher und Endnutzer“ nicht als wesentliche Themen bewertet. Da die KION Group im Berichtsjahr keine wesentlichen Änderungen ihres Geschäftsmodells oder ihrer Wertschöpfungskette festgestellt hat, die zur Identifikation neuer IROs geführt hätten, wurde auf eine vollständige Neubewertung verzichtet. Der DMA-Prozess 2025 basiert daher auf der IRO-Liste aus dem Jahr 2024.

Die DMA deckt das Geschäftsmodell der KION Group mit den beiden operativen Segmenten Industrial Trucks & Services und Supply Chain Solutions ab – sowohl im Hinblick auf die eigene Geschäftstätigkeit als auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die KION Group hat für die Ermittlung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen folgende Stufen der Wertschöpfungskette definiert: „vorgelagert“ (einschließlich Lieferanten, Rohstoffen und weiterer Faktoren), „eigene Geschäftstätigkeit“ sowie „nachgelagert“ mit den Bereichen Vertrieb, Verkauf, Produktnutzung sowie Behandlungen am Lebenszyklusende. Die identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen wurden entsprechend der jeweiligen Wertschöpfungsstufe kategorisiert und bewertet.

Zur Identifizierung potenzieller und tatsächlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen umfasste die DMA alle in ESRS 1 AR 16 aufgeführten Nachhaltigkeitsaspekte. Zusätzlich wurden eine Benchmark-Analyse, die Ergebnisse früherer doppelter Wesentlichkeitsanalysen und die bisherige Nachhaltigkeitsberichterstattung der KION Group einbezogen. Darüber hinaus wurden externe Quellen wie branchenspezifische Fachliteratur ausgewertet sowie Gespräche mit ausgewählten Stakeholdern wie Lieferanten, Kunden und Investoren der KION Group geführt.

Verschiedene relevante Stakeholdergruppen wurden direkt und indirekt in die Anfangsphase der IRO-Ermittlung einbezogen. Auf Basis der bestehenden Geschäftsbeziehungen wurden dazu in den verschiedenen operativen Einheiten und Regionen gezielte Gespräche mit Kunden und Lieferanten sowie mit Investoren als weitere wichtige Stakeholdergruppe (siehe hierzu „Interessen und Ansichten der Stakeholder“) geführt.

Im eigenen Betrieb wurden die Interessen der konsolidierten und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften der KION Group durch die Nachhaltigkeitsverantwortlichen und Arbeitsgruppen sowie durch die Nachhaltigkeitskoordinatoren der operativen Einheiten vertreten. Des Weiteren wurden Gespräche mit Investoren als Vertreter der Finanz- und Kapitalmärkte sowie mit Kunden als Repräsentanten der Endnutzer in der nachgelagerten Wertschöpfungskette geführt. Hinsichtlich der vorgelagerten Wertschöpfungskette fanden Gespräche mit Lieferanten, repräsentativ für „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“, statt. Die Interessen und Belange der Belegschaft werden fortlaufend in Informationsveranstaltungen der Betriebsräte adressiert und thematisiert. Die Ergebnisse daraus werden zudem mindestens jährlich in den Gremiensitzungen des Aufsichtsrats behandelt. Zusätzlich zu der direkten Einbeziehung von Lieferanten und Kunden wurden die Interessen anderer relevanter Stakeholder und betroffener (lokaler) Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen sowie der Natur als „stiller Stakeholder“ indirekt berücksichtigt. Dies wurde durch die Einbindung relevanter zentraler Funktionen und Nachhaltigkeitsexperten sowie auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgenommen.

Diese internen und externen Inputfaktoren bildeten die Grundlage für die Bestimmung der IROs, deren Auswahl von den Nachhaltigkeitskoordinatoren der operativen Einheiten und ihren jeweiligen Arbeitsgruppen sowie von Fachleuten aus den zentralen Funktionen überprüft und erweitert wurde (siehe hierzu „Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane“). Diese Überprüfung stellte sicher, dass alle relevanten Geschäftsaktivitäten und Geschäftsbeziehungen sowie deren Rahmenbedingungen (beispielsweise geografische Gegebenheiten oder Sektoren) in der DMA berücksichtigt wurden.

Die KION Group hat für die Bewertung von IROs spezifische Bewertungskategorien definiert. Zur Bewertung der IROs wurden das finanzielle Ausmaß sowie die Schwere der Auswirkungen jeweils mit der Eintrittswahrscheinlichkeit kombiniert, wodurch eine aussagekräftige Eingruppierung der IROs erfolgte.

Kurz-, mittel- und langfristige Risiken und Chancen wurden hinsichtlich ihres Ergebniseffektes (EBIT) bewertet. Die Methodik der Bewertung, Kategorien und Schwellenwerte für die finanzielle Wesentlichkeit und die Eintrittswahrscheinlichkeit standen im Einklang mit dem im Geschäftsjahr 2025 gültigen konzernweiten Risikomanagementsystem. Weiterführende Informationen zum Risikomanagement sind im „Risikobericht“ zu finden; ESRS 1.119 (a). Der Schwellenwert für wesentliche Risiken und Chancen in der DMA wurde auf einen Bruttoerwartungswert von 62,5 Mio. € festgelegt und entspricht einem Bruttoergebnis von mindestens 250 Mio. € in Kombination mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 25 Prozent. Die Schwere der tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen wurde aus Sicht der betroffenen Stakeholdergruppen bewertet. Hinsichtlich der Auswirkungsdimension wurde der Schwellenwert so festgelegt, dass Auswirkungen mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 50 Prozent als „hoch“ und damit wesentlich eingestuft werden.

Negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit der KION Group auf Umwelt und Gesellschaft wurden auf Grundlage von drei Schweremerkmalen bewertet (Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit). Bei den potenziellen negativen Auswirkungen auf Menschenrechte war der Schweregrad von größerer Bedeutung als die Wahrscheinlichkeit. Die Bewertung der positiven Auswirkungen erfolgte dagegen nur hinsichtlich ihres Ausmaßes und Umfangs. Die qualitative Bewertung der Auswirkungen basierte auf den besten verfügbaren Datenquellen, wie beispielsweise internen Dokumentationen sowie einschlägiger Literatur und Fachpresse. Die Bewertung der finanziellen Risiken und Chancen erfolgte, sofern verfügbar, auf Basis verfügbarer Bewertungen der finanziellen Implikationen aus vorliegenden Risikoeinschätzungen und anderer Datenquellen wie Markttrends sowie einschlägiger Literatur und Fachpresse.

Während der Neubewertung im Jahr 2025 wurden die Risiken weitgehend finanziell quantifiziert. In Fällen, bei denen eine Quantifizierung nicht möglich war, wurden Risiken und Chancen qualitativ bewertet und einer Kategorie des finanziellen Einflusses zugeordnet. Im Berichtsjahr 2025 wurden alle im DMA-Prozess identifizierten nachhaltigkeitsbezogenen Risiken mit einem Bruttoeffekt im EBIT von über 25 Mio. € in das konzernweite neue Risikomanagementsystem überführt und in den regulären Risiko-Berichtsprozess integriert. Die vorläufigen Ergebnisse der DMA wurden zwei Überprüfungsrunden unterzogen, an denen interne Experten aus den Konzernfunktionen sowie das DMA-Projektteam beteiligt waren. Die Überprüfung umfasste die Kontrolle der Vollständigkeit der Informationen und Erläuterungen sowie die Plausibilitätsprüfung der Bewertung, einschließlich Gegenkontrollen der individuellen IROs. Der Prozess zur Identifikation und Bewertung wesentlicher IROs, einschließlich der Endresultate der DMA, wurde als ein wichtiger Agendapunkt bei einer Sitzung des Sustainability Councils und weiterer relevanter Konzernfunktionen diskutiert, den Arbeitnehmervertretern vorgestellt und vom Vorstand der KION GROUP AG freigegeben. Die konkrete Einbindung des Vorstands der KION GROUP AG im Rahmen des Nachhaltigkeits-Due-Diligence-Prozesses wird in dem Kapitel „Informationen und Nachhaltigkeitsaspekte, mit denen sich die Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane des Unternehmens befassen“ näher erläutert.

Der folgende Abschnitt enthält Informationen dazu, wie die einzelnen Standards zu Umwelt und Unternehmensführung berücksichtigt wurden.

Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs in Zusammenhang mit ESRS E1 Klimawandel

Klimabezogene Aspekte werden grundsätzlich durch Datenerhebung und -analyse in die DMA integriert. Darüber hinaus waren die Nachhaltigkeitskoordinatoren der operativen Einheiten und Funktionen sowie Klimaexperten der KION Group am DMA-Prozess beteiligt. Im Zuge der Aktualisierung der DMA im Jahr 2025 wurde auf eine umfassende erneute Risikoanalyse verzichtet, da eine Analyse der Übergangsrisiken bereits 2023 durchgeführt und im Berichtsjahr erneut bewertet worden war. Im Rahmen der Analyse der Übergangsrisiken wurden die Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten der Tochtergesellschaften, die aktuell mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, anhand eines Bottom-up-Ansatzes überprüft. Dabei zeigte sich, dass weder die Vermögenswerte noch die Aktivitäten der KION Group einem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft entgegenstehen. Die eigenen Gießereien der KION Group erfordern zwar substanzielle Investitionen, um von koksbetriebenen auf elektrische Öfen umzurüsten; diese Umstellung ist jedoch sowohl technologisch als auch finanziell realisierbar und befindet sich bereits für eine Gießerei in der konkreten Planungsphase. Anlassbezogene Ereignisse werden im Berichtszeitraum im Rahmen der internen Risikoberichterstattung überwacht und im Bedarfsfall in der DMA gewürdigt. Dies soll eine Bewertung sowohl der Auswirkungen auf den Klimawandel als auch der klimabedingten Effekte auf die Wertschöpfungskette des Konzerns einschließlich der eigenen Geschäftstätigkeit gewährleisten. Die Ergebnisse der Analysen zu Übergangs- und physischen Klimarisiken wurden in das Risikomanagementsystem der KION Group integriert und finden zudem Eingang in die Finanzplanung des Konzerns.

Die KION Group identifiziert relevante Scope-3-Kategorien durch die turnusmäßig durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse von THG-Emissionen. In diesem Prozess werden Aktivitäten und Pläne zur Ermittlung tatsächlicher und potenzieller künftiger THG-Emissionsquellen überprüft. Die wesentlichen Kategorien werden in den jeweiligen Tabellen des Kapitels „Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Klimawandel“ behandelt. Alle weiteren Kategorien wurden als nicht wesentlich eingestuft. Diese regelmäßige Neubewertung der Wesentlichkeit innerhalb der Scope-3-Kategorien sowie die Berücksichtigung im DMA-Prozess unterstreichen die Ambition des Konzerns, die THG-Emissionen umfassend zu steuern und systematisch zu reduzieren. Des Weiteren wurden das THG-Gesamtemissionsprofil des Konzerns, früher durchgeführte Analysen und Risikobewertungen, die Resultate klimabezogener Workshops sowie branchenrelevante Forschungsergebnisse und Studien herangezogen, um tatsächliche und potenzielle Auswirkungen auf und durch den Klimawandel zu ermitteln.

Die KION Group hat kurz-, mittel- und langfristige klimabedingte Gefahren identifiziert und in einer standortübergreifenden Analyse geprüft, inwieweit Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten diesen physischen Risiken ausgesetzt sein könnten. Dies erfolgte mithilfe von vier Szenarien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), den sogenannten repräsentativen Konzentrationspfaden (Representative Concentration Pathway – RCP): RCP 2.6, RCP 4.5, RCP 6.0 und RCP 8.5. Die standortspezifischen geografischen Koordinaten des Konzerns stellten die wichtigste Datengrundlage für die Szenarioanalyse dar. Einschränkungen ergaben sich vor allem daraus, dass aus Gründen der Praktikabilität nur ausgewählte Unternehmensstandorte berücksichtigt wurden, sowie aus möglichen Unsicherheiten hinsichtlich der Datenvalidität.

Die Bewertung des Zeitraums 2011–2030 stützte sich auf ERA5‑Reanalysen des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF), Klimamodelldaten und IPCC‑Risikodatensätze. Für die zukünftigen Perioden 2031–2050 wurde die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung künftiger Klimawerte in Bezug zum heutigen Mittelwert beurteilt. Auf Basis der strategischen Planungshorizonte und Kapitalallokationspläne der KION Group wurden für die Beurteilung und Bewertung die folgenden Zeithorizonte definiert: kurzfristig (bis zu 1 Jahr), mittelfristig (1 bis 5 Jahre) und langfristig (5 bis 10 Jahre).

Auf Basis der vielfältigen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen des IPCC-Berichts sind die Risiken und Unsicherheiten durch die Verwendung einer größeren Bandbreite von Szenarien aus Sicht der KION Group hinreichend abgedeckt.

Die Analyse der physischen Risiken bewertete die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß nachteiliger klimabedingter Ereignisse sowie die Gefährdung der Standorte der KION Group durch diese Ereignisse. Die Analyse hat im eigenen Betrieb keine wesentlichen Risiken ermittelt. Obwohl an mehreren Konzernstandorten in der letzten Risikoanalyse ein hohes Risiko ermittelt wurde, ergab eine ausführliche Prüfung mit Unterstützung der lokalen Teams für Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umwelt (HSE), dass die von diesen Risiken ausgehenden Gefahren aufgrund der indirekten Arbeitsbelastungen sowie bereits bestehender Abhilfemaßnahmen als niedrig anzusehen sind. Im Geschäftsjahr 2025 hat die KION Group eine aktualisierte Klimarisikoanalyse durch externe Branchenexperten erstellen lassen, um die qualitativ neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Klimaresilienz in künftige Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Die in dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung dargelegten Klimarisiken mit einer erneut ausgewiesenen hohen bis sehr hohen Gefährdungseinschätzung für Regionen, an denen sich mehrere Standorte der KION Group befinden, werden derzeit einer detaillierten Einzelprüfung unterzogen. Nach dieser abschließenden Würdigung werden die qualitativen Ergebnisse in der Nachhaltigkeitsstrategie sowie im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse reflektiert.

Die Ergebnisse der verschiedenen repräsentativen RCPs, einschließlich des „Hochemissionsszenarios“, dienten als Grundlage für die Ermittlung und Bewertung kurz-, mittel- und langfristiger klimabezogener Gefahren im eigenen Betrieb. Darüber hinaus erfasste die DMA des Konzerns auch physische Risiken, die sich auf die vorgelagerte Wertschöpfungskette auswirken. Der Fokus lag insbesondere auf Unterbrechungen in der Lieferkette durch extreme Wetterereignisse, die als wesentliches Risiko in dem wesentlichen Unterthema „Anpassung an den Klimawandel“ berücksichtigt wurden. Vorherige Analysen des Klimarisikos hatten keine wesentlichen nachgelagerten physischen Risiken ermittelt.

Die KION Group führte 2023 eine dedizierte Analyse zu den Übergangsrisiken durch, um wesentliche Risiken im eigenen Betrieb und entlang der Wertschöpfungskette zu ermitteln. Zur Ermittlung von Risiken in Verbindung mit politischen, technologischen sowie markt- und reputationsbezogenen Faktoren verwendet die Analyse Szenarien, die mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C konform gehen. Das Netto-Null-Szenario bis 2050 wurde als geeignet betrachtet, um die zu erwartende Entwicklung der Marktnachfrage nach kohlenstoffarmen Produkten und Lösungen, die Veränderung der globalen Lieferketten für kohlenstoffarme Materialien, steigende CO2-Preise und die Auswirkungen bestehender und zukünftiger Verordnungen zu modellieren. Das Szenario berücksichtigt die Änderungen in Politik, Markt und Technologie, die bei einem mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatiblen Übergang zu erwarten sind. Die KION Group geht davon aus, dass diese Änderungen die Rahmenbedingungen ihrer Geschäftstätigkeit prägen werden, beispielsweise die Kundennachfrage, die Verfügbarkeit und Preise nachhaltiger Materialien, die Energiekosten, die Verfügbarkeit von Ökostrom, Ökosteuern und CO2-Preise sowie das Verbot bestimmter Produkte und Technologien. Die wichtigsten Inputs für die Analyse des Szenarios waren marktbezogene und politische Entwicklungen auf nationaler und regionaler Ebene. Als wichtigste Einschränkungen wurden Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen, der Marktdynamik und der Akzeptanz kohlenstoffarmer Technologien ermittelt.

Die KION Group identifizierte kurz-, mittel- und langfristige Übergangsereignisse. Unter Berücksichtigung ihrer Wahrscheinlichkeit, ihres Ausmaßes und ihrer Dauer (dauerhaft oder vorübergehend) wurden diese Ereignisse auf die Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten des Konzerns bezogen, um Anfälligkeit und Exposition aufzuzeigen und die Anwendbarkeit identifizierter Chancen zu ermitteln. Die Exposition wurde bewertet, indem potenzielle finanzielle Auswirkungen in den Risikoklassen „gering“, „mittel“ und „erheblich“ quantifiziert wurden.

Im Rahmen des DMA-Prozesses berücksichtigte der Konzern die Ergebnisse des Übergangsrisiko-Workshops und bezog auch Chancen im eigenen Betrieb und entlang der Wertschöpfungskette ein. Die Ergebnisse der oben genannten Szenarioanalyse dienten während des DMA-Prozesses als Grundlage für die Ermittlung und Bewertung der kurz-, mittel- und langfristigen klimabedingten Übergangsrisiken. Die langfristige Betrachtung umfasst mehr als fünf Jahre, wobei Übergangsrisiken in mehr als zehn Jahren zusätzlich berücksichtigt wurden.

Obwohl der Konzern Vermögenswerte ermittelt hat, die zu erheblichen THG-Emissionen beitragen, sowie Geschäftstätigkeiten, die noch nicht taxonomiekonform sind, wurde im Rahmen der Selbstverpflichtung des Konzerns zu Net-Zero und der SBTi eine Dekarbonisierungs-Roadmap entwickelt, die alle Quellen von THG-Emissionen umfasst. Die Roadmap schließt die geplante Stilllegung emissionsintensiver Vermögenswerte und eine Investition in kohlenstoffarme Technologien ein. Somit belegt und unterstützt die Roadmap die Umsetzbarkeit des Übergangs zu einer klimaneutralen Wirtschaft.

Die KION Group hat zur Bewertung der finanziellen Auswirkungen klimabedingter Risiken und Chancen Szenarien und Annahmen verwendet. In diesem Risiko- und Chancenbericht legt der Konzern qualitative Informationen zu als wesentlich eingestuften Risiken und Chancen offen. Beispielsweise wurde ein stärkeres Engagement in der Elektrifizierung der Intralogistik als strategische Chance identifiziert. Diese Chance ergibt sich in einem Klimaübergangsszenario, in dem ein Anstieg des CO2-Preises die Marktnachfrage nach elektrischen Produkten stärkt, die in ihrer Nutzungsphase weitaus geringere THG-Emissionen verursachen. Die offengelegten Umweltrisiken basieren auf demselben Rahmenkonzept wie die Bewertung der klimabedingten Risiken.

Allgemeine Angaben zur Ermittlung und Bewertung der IROs im Zusammenhang mit ESRS E2 Umweltverschmutzung und ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Zur Ermittlung und Bewertung tatsächlicher und potenzieller IROs bezüglich der themenspezifischen Umweltstandards ESRS E2 und E5 im eigenen Betrieb sowie in der Wertschöpfungskette wurden alle Unternehmensaktivitäten zentral geprüft. Aufgrund der Geschäftstätigkeit in den operativen Segmenten der KION Group wurden diese Aktivitäten unter Beachtung der verbindlichen Umweltstandards weder als besonders umweltschädlich noch als wasserintensiv eingestuft.

Es wurden dabei keine direkten Konsultationen mit betroffenen Gemeinschaften im Zusammenhang mit den Umweltstandards ESRS E2 und E5 im DMA-Prozess durchgeführt, jedoch werden diese als mögliche zukünftige Verbesserung in Erwägung gezogen.

Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs in Zusammenhang mit ESRS E2 Umweltverschmutzung

Die Bewertung ermittelte für beide operativen Segmente zwei wesentliche Auswirkungen und ein Risiko im Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung, insbesondere in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Dazu gehören Auswirkungen auf die Luftverschmutzung durch die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen sowie im Zusammenhang mit dem Transport von Materialien in der Logistik. Daneben besteht ein Risiko aufgrund des Vorhandenseins besonders besorgniserregender Stoffe (Substances of Very High Concern – SVHC) in Zukaufteilen und der damit verbundenen Versorgungsunterbrechungen aufgrund eines möglichen Verbots von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Aus diesen Gründen zeigte das Ergebnis der DMA wesentliche IROs auf, die sich nicht nur auf einen bestimmten Standort oder eine bestimmte Region beziehen.

Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs in Zusammenhang mit ESRS E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

Bei der Ermittlung und Bewertung tatsächlicher sowie potenzieller IROs im Zusammenhang mit Ressourcenzu- und -abflüssen sowie Abfällen berücksichtigte die KION Group insbesondere ihren HSE-Standard hinsichtlich der Anforderungen an Materialverwendung und Abfallwirtschaft. Eine Untersuchung und Bewertung der Auswirkungen anhand der Vermögenswerte im Konzern hat bislang nicht stattgefunden, wird jedoch als mögliche zukünftige Verbesserung in Betracht gezogen.

Die Wesentlichkeitsanalyse hat ergeben, dass in beiden operativen Segmenten sowohl wesentliche negative als auch positive Auswirkungen in Bezug auf die Ressourcennutzung, die Kreislauffähigkeit des Produktportfolios sowie die Entstehung von Abfällen der KION Group bestehen.

Ermittlung und Bewertung der wesentlichen IROs in Zusammenhang mit ESRS G1 Unternehmensführung

In Bezug auf die Unternehmensführung wurden im DMA-Prozess mithilfe der zentralen Compliance-Experten und der Nachhaltigkeitskoordinatoren der operativen Einheiten und Funktionen verschiedene für die KION Group relevante Geschäftstätigkeiten, Branchen, Standorte und Arten von Geschäftsvorgängen betrachtet. Des Weiteren flossen Erkenntnisse aus bestehenden Compliance-Rahmenwerken, einschließlich der jährlichen Compliance-Risiko-Bewertung und der Vorfallmanagementprozesse, sowie verschiedene regulatorische Vorgaben und Marktbedingungen in die Ermittlung der wesentlichen mit der Unternehmensführung verbundenen IROs ein.

Tatsächliche und erwartete finanzielle Effekte wesentlicher Risiken

Sofern in den jeweiligen themenspezifischen Kapiteln nicht anders angegeben, wurde für das Berichtsjahr 2025 von der Übergangsregelung Gebrauch gemacht. Es wurden keine tatsächlichen finanziellen Effekte sowie keine erwarteten finanziellen Effekte im Zusammenhang mit den identifizierten wesentlichen Risiken offengelegt.

Interessen und Ansichten der Stakeholder (SBM-2)

Gesellschaftliche und ökologische Erwartungshaltungen von internen sowie externen Stakeholdergruppen an die Geschäftstätigkeit der KION Group werden im Rahmen eines aktiven Stakeholdermanagements und -dialogs behandelt. Die KION Group hat anhand interner Kriterien Stakeholdergruppen identifiziert, die für das konzernweite Nachhaltigkeitsmanagement besonders relevant sind. Aufgrund ihrer Bedeutung und maßgeblichen Rolle für eine nachhaltige und langfristige Wertschöpfung verfolgt die KION Group das Ziel, die Beiträge von diesen Stakeholdern und deren spezifischen Anforderungen in Bezug auf die Nachhaltigkeitsleistung einzubeziehen. Zu den wichtigsten Stakeholdern des Konzerns zählen neben den Beschäftigten im Unternehmen Kunden, Finanz- und Kapitalmärkte (Investoren, Aktionäre) sowie Lieferanten und Arbeitnehmervertretungen. Darüber hinaus fließen auch die jeweiligen Gesetzgebungen in den Regionen, in denen die KION Group operiert, sowie im Bedarfsfall auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und (lokalen) Gemeinschaften in diese Betrachtung ein.

Die Möglichkeit zur Teilhabe und zur adressierten Äußerung von Anliegen wird durch die enge Zusammenarbeit mit dem Konzernbetriebsrat sowie durch strukturierte Feedback- und Beschwerdemanagementsysteme wie das konzernweite Hinweisgebersystem (Whistleblowing-System) sichergestellt.

Die Interessen der oben genannten Stakeholdergruppen werden grundsätzlich auch in die Bewertung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse einbezogen, um möglichst heterogene Perspektiven sicherzustellen. Im Rahmen der Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse und deren Implikationen wurden der Sustainability Council unter der Leitung der Chief People & Sustainability Officer (CPSO), der Gesamtvorstand der KION GROUP AG und der Konzernbetriebsrat über die Ansichten und Interessen der beteiligten Stakeholder informiert (siehe „Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen“).

Beschäftigte

Die Beschäftigten leisten einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg der KION Group. Ihre Einbindung sowie die Steuerung mitarbeiterbezogener Anliegen sind wesentliche Elemente einer verantwortungsvollen Unternehmensführung bei der KION Group. Zur gezielten Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit und des Engagements wird jährlich die weltweite Mitarbeiterbefragung „KION Pulse“ als ein zentrales Instrument durchgeführt. Sie liefert wichtige Erkenntnisse zu Arbeitsbedingungen und Zufriedenheitswerten, die als Ergebnisse in strategische und operative Entscheidungen durch konkrete Maßnahmen einfließen. Im Handlungsfeld „Talent“ der Nachhaltigkeitsstrategie wird eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit als Zielsetzung definiert und anhand der Ergebnisse von „KION Pulse“ gemessen (siehe hierzu „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“). Die Mitarbeiterzufriedenheit wird dabei anhand des Engagement Score und der Teilnahmequote gemessen und wird unter der Aufsicht der CPSO nachverfolgt. Diese beiden Bewertungsparameter fließen in die langfristige variable Vergütung (LTI) des Vorstands der KION GROUP AG und der leitenden Angestellten ein (siehe „Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme“). Die jährliche konzernweite Befragung, die im Oktober 2025 gestartet wurde, deckt Themen wie interne Kommunikation sowie Zusammenarbeit ab und bietet den Arbeitskräften des Unternehmens gleichzeitig die Möglichkeit, ihre persönlichen Ansichten zu teilen sowie potenzielle und tatsächliche Auswirkungen anzusprechen. Die Befragungsergebnisse liefern direkte Einsichten dazu, wie das Engagement und die Motivation der Arbeitskräfte des Unternehmens weiter gefördert werden können. Die KION Group konnte im Berichtsjahr sowohl die Teilnahmequote der Mitarbeiter und Auszubildenden an der „KION Pulse“-Umfrage als auch den daraus resultierenden Engagement Score im Vergleich zu den Benchmark-Unternehmen auf einem sehr guten Niveau halten und damit insgesamt ihre gute Unternehmensführung erneut unterstreichen (siehe „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“).

Ergänzend werden verschiedene Formate eingesetzt, um die Mitarbeiterbeteiligung gezielt zu fördern. Dazu zählen Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Entwicklungsprogramme, konzernweite Awareness-Kampagnen sowie regelmäßige und anlassbezogene Kommunikations- und Informationsangebote. Die Möglichkeit zur Teilhabe und zum aktiven Einbringen von Anliegen wird durch die enge Zusammenarbeit mit dem Konzernbetriebsrat sowie durch strukturierte Feedback- und Beschwerdemanagementsysteme wie das konzernweite Hinweisgebersystem (Whistleblower-System) sichergestellt. Ziel ist es, Ideen, Hinweise und Vorschläge aller Beschäftigten zu erfassen und als Beitrag zur positiven Unternehmensentwicklung sowie zum nachhaltigen Wachstum der KION Group zu nutzen. Insbesondere dient die Mitarbeiterbefragung als Grundlage für daraus abzuleitende Maßnahmen, um die Zufriedenheit, Motivation und das Engagement der Mitarbeiter zu fördern.

Auch die Achtung grundlegender Arbeits- und Menschenrechte nimmt im Selbstverständnis der KION Group eine zentrale Rolle ein. Das Unternehmen verpflichtet sich zur Einhaltung der international vereinbarten Arbeits- und Menschenrechte und erachtet diese als jederzeit geltenden Mindeststandard. Insbesondere die Wahrung von Menschenrechten ist in einer Reihe von Richtlinien verankert und die Verantwortung jedes Einzelnen wird dabei näher erläutert, zum Beispiel in den Internationalen Mindest-Beschäftigungsstandards in der KION Group, dem KION Group Code of Compliance, der Grundsatzerklärung zur Menschenrechtsstrategie der KION Group und im Dokument Group internal Human Rights assessment & due diligence 2024/25. Diese mit dem Gesamtvorstand der KION GROUP AG abgestimmten Richtlinien gelten für alle Beschäftigten der KION Group weltweit. Die konzernweite Umsetzung und Einhaltung dieser Richtlinien obliegen den Tochterunternehmen sowie den Verantwortlichen der operativen Einheiten (einschließlich der OU presidents) und Corporate Services.

Kunden

Die KION Group verfolgt kontinuierlich die sich wandelnden Bedürfnisse ihrer Geschäftspartner und Großkunden und entwickelt ihre Nachhaltigkeitsstrategie entsprechend weiter. Die KION Group fördert den Austausch mit ihren Kunden und steht mit ihnen so über die etablierten Kommunikationswege in einem regelmäßigen Dialog. Neben gezielten Einzelgesprächen mit Geschäftspartnern und eigenen Messeauftritten werden die Perspektiven ihrer Kunden auch durch die Teilnahme an Konferenzen berücksichtigt. Befragungen zur Kundenzufriedenheit, ein etabliertes Beschwerdemanagement sowie einen Service-Helpdesk, der systematisch Rückmeldungen erfasst, bilden ebenso eine wesentliche Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten, Lösungen und Serviceleistungen. Die grundlegenden Verpflichtungen der KION Group zur Klimaneutralität werden durch die wachsenden Kundenanforderungen nach nachhaltigen, wirtschaftlichen Technologien und Sicherheitslösungen untermauert.

Im Sinne der angemessenen Arbeits- und Produktsicherheit arbeitet die KION Group kontinuierlich an der fortlaufenden Verbesserung der Sicherheitsausstattungen ihrer Produkte und Lösungen. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung von funktionalen, sicheren und ergonomischen Produktlösungen.

Daher beinhalten diese nachhaltigkeitsbezogenen Maßnahmen zur Unternehmenssteuerung auch indirekt die Einbeziehung von Kundeninteressen. Aufgrund der besonderen Bedeutung für Kunden nimmt die KION Group zudem jährlich an der von EcoVadis durchgeführten Nachhaltigkeitsbewertung teil und hat ein entsprechendes Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt (siehe „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“).

Finanz- und Kapitalmärkte

Als börsennotiertes Unternehmen pflegt die KION GROUP AG in ihrer Funktion als strategische Management-Holding der KION Group enge und regelmäßige Beziehungen zum Finanz- und Kapitalmarkt, insbesondere durch den kontinuierlichen Austausch mit Investoren und die Teilnahme an Kapitalmarktkonferenzen, bei denen auch Nachhaltigkeitskriterien adressiert werden. Für den Vorstand und Aufsichtsrat der KION GROUP AG hat es einen hohen Stellenwert, alle Stakeholdergruppen umfassend und zeitnah über die Entwicklung des Geschäfts zu informieren.

Darüber hinaus berücksichtigt die KION Group stets auch die Interessen ihrer Finanzgeber in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte. So wurde unter anderem im Geschäftsjahr 2023 ein variabel verzinstes Schuldscheindarlehen begeben, das unter anderem an die Erfüllung von ESG-Zielen über eine Laufzeit von bis zu sieben Jahren gekoppelt ist (ESG-linked Revolving Credit Facility) (siehe Textziffer [28] des Konzernanhangs; ESRS 1.123). Die KION Group bedient die Informationsbedürfnisse des Kapitalmarkts außerdem anhand der aktiven jährlichen Teilnahme am Corporate Sustainability Assessment (CSA) der Finanzdienstleistungsgesellschaft S&P Global Switzerland SA, das im Handlungsfeld „Sustainable Governance“ strategisch gesteuert wird (siehe „Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025“).

Lieferanten

Die KION Group führt regelmäßig strukturierte Gespräche und Verhandlungen mit ihren Lieferanten, um den partnerschaftlichen Austausch zu stärken und externe Perspektiven in unternehmensrelevante Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Dabei werden auch Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit thematisiert. Zur Sicherstellung nachhaltigkeitsbezogener Standards spielen jährliche Lieferantenaudits und -bewertungen eine zentrale Rolle. ESG-Ratings unterstützen ein risikominimiertes Lieferantenmanagement und die Ableitung von Maßnahmen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit Lieferanten. In enger Abstimmung fordert und fördert die KION Group das Engagement ihrer Lieferanten und Geschäftspartner für einen verantwortungsvollen und kohlenstoffarmen Betrieb. Darüber hinaus verfolgt die KION Group Initiativen und Pilotprojekte mit den Schwerpunktthemen Ökobilanzen und Cradle-to-Cradle-Zertifizierungen („Cradle to Cradle“ – C2C) in Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten. Dabei wird eine höhere Transparenz für nachhaltige Lieferketten für Endprodukte der KION Group geschaffen, wodurch auch die Nachhaltigkeitsbestrebungen der Lieferanten gefördert werden.

Politische Entscheidungsträger

Die KION Group verfolgt kontinuierlich neue Vorschriften sowie Gesetzesnovellen und etabliert entsprechende Prozesse zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen, beispielsweise zur EU-Taxonomie sowie zur CSRD. Im Rahmen von Standardisierungsinitiativen und Interessenverbänden beteiligt sich die KION Group am Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, insbesondere bezüglich sicherheitsrelevanter, digitaler und ökologischer Produktanforderungen. Neben der Mitgliedschaft der KION Group in der VDMA-Initiative „Blue Competence“ („Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ – VDMA) beteiligen sich Tochtergesellschaften der operativen Segmente ITS und SCS an der Arbeit von Branchenverbänden und sind über Mitgliedschaften auch in internationalen Institutionen vertreten. Die operativen Einheiten KION SCS und KION ITS Americas sind aktiv in mehreren Arbeitsgruppen innerhalb des nordamerikanischen Verbands MHI (Material Handling Industry) eingebunden. MHI konzentriert sich auf die Entwicklung von Standards – sowohl im Bereich Arbeitskräfte und Arbeitsumfeld als auch für spezifische Produkte und Lösungen. KION SCS mit der Marke Dematic ist in vielen der insgesamt 18 Branchengruppen aktiv vertreten, darunter beispielsweise die TRG (The Robotics Group) und CSS (Conveyor & Sortation Systems). Im Oktober 2025 hat sich die KION Group der Unternehmensinitiative „Made for Germany“, einem Netzwerk von mittlerweile über Hundert Unternehmen angeschlossen, um mit ihrem Engagement gemeinsam Innovation, Technologie und Wettbewerbsfähigkeit und damit auch den Standort Deutschland zu stärken. Die KION Group berücksichtigt Erkenntnisse aus den Dialogen mit gesetzgebenden Entscheidungsträgern, Verbänden und Initiativen in ihren Geschäftsaktivitäten, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und zukünftige Technologien in Deutschland zu fördern.

(Lokale) Gemeinschaften*

In Dialogen mit (lokalen) Gemeinschaften auf kommunaler, regionaler sowie übergeordneter Ebene bilden die Unternehmenswerte der KION Group das Fundament der globalen Strategie für das soziale Engagement innerhalb der gesamten Belegschaft in Bezug auf Spenden- und Sponsoringaktivitäten: die Förderung sozialer Einrichtungen, humanitäre Hilfe im Katastrophenfall, Förderung von Bildung und Wissenschaft sowie die Unterstützung von Umwelt- und Sozialprojekten. Die konzernweite Spenden- und Sponsoringrichtlinie soll unter anderem die interne Transparenz für soziales Engagement in der KION Group sicherstellen.

* Freiwillige Angabe im Sinne der ESRS gemäß ESRS 1.114 (a)

Fortlaufende Einbindung der Stakeholder in die strategischen Umsetzungsphasen

Das Anbieten nachhaltiger Lösungen und Dienstleistungen stellt eine bedeutende Geschäftschance im Rahmen der „Playing to Win“-Strategie dar. Die Reduzierung des eigenen Energieverbrauchs und der THG-Emissionen sowie die fortlaufenden Investitionen in nachhaltige Technologien erhöhen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der KION Group. Gleichzeitig profitieren auch die relevanten Stakeholdergruppen von dieser strategischen Ausrichtung. Es wird daher erwartet, dass die Geschäftsbeziehungen zu den relevanten Stakeholdergruppen im Rahmen der Umsetzung dieser strategischen Ziele unverändert bestehen bleiben.

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3)

Die von der KION Group identifizierten wesentlichen Risiken und Chancen wurden auch im Zusammenspiel mit der Strategie und dem Geschäftsmodell der KION Group qualitativ bewertet. Dabei wurden Szenarioanalysen und die ihnen zugrunde gelegten Eintrittswahrscheinlichkeiten, insbesondere hinsichtlich Klimarisiken, aber auch beispielsweise zu möglichen Verboten relevanter Stoffe, in die Betrachtung einbezogen. Basierend auf dieser Resilienzanalyse kam der Vorstand der KION GROUP AG zu der Auffassung, dass sich die Strategie und das Geschäftsmodell der KION Group derzeit in Bezug auf die identifizierten Nachhaltigkeitsrisiken als resilient erweisen. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen sowie auch die zukünftigen Mitigations- und Anpassungsmaßnahmen sind in der Strategie berücksichtigt und stehen auch im Einklang mit dem Geschäftsmodell des Konzerns. Bei wesentlichen Änderungen der Risikoeinschätzung und zur Stärkung der eigenen Resilienz, etwa im Hinblick auf den Klimawandel, sind Anpassungen am Geschäftsmodell, des Produktportfolios oder zusätzliche Investitionen in innovative Technologien zukünftig möglich.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2025 keine finanziellen Geschäftsvorfälle identifiziert, die sich wesentlich auf die Finanzlage, die finanzielle Leistungsfähigkeit und den Cashflow des Konzerns der KION Group auswirkten. Chancen wurden im Rahmen der Neubewertung der IROs im Berichtsjahr 2025 nicht als wesentlich eingestuft.

Die gegenwärtigen potenziellen finanziellen Auswirkungen der einzelnen Nachhaltigkeitsaspekte in diesem Nachhaltigkeitsbericht wurden auf der Grundlage der doppelten Wesentlichkeitsanalyse im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die Wesentlichkeit für die KION Group einzeln bewertet und qualitativ als „unwesentlich“, „gering“, „mittel“, „bedeutend“, „schwerwiegend“, „sehr schwerwiegend“ oder „extrem schwerwiegend“ klassifiziert (siehe „Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen“). Risiken und Chancen mit einer gegenwärtigen „sehr schwerwiegenden“ oder „extrem schwerwiegenden“ finanziellen Auswirkung in Kombination mit einer „wahrscheinlichen“ oder „sicheren“ Eintrittswahrscheinlichkeit wurden für die KION Group als wesentlich identifiziert.

Im Rahmen der DMA wurden insgesamt zwei potenzielle Risiken identifiziert, die aufgrund ihres Bruttoerwartungswerts und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit für die Berichterstattung als wesentlich eingestuft wurden und entsprechend berichtet werden.

Ein identifiziertes potenzielles Risiko mit einer gegenwärtig sehr hohen finanziellen Auswirkung (Bruttowert gemäß DMA vor Steuerungsmaßnahmen) auf die damit verbundenen Cashflows betraf:

  • Versorgungsunterbrechung aufgrund eines möglichen Verbots von PFAS (mit einigen Ausnahmen) (Risiko)

Ein identifiziertes Risiko mit einer gegenwärtig hohen finanziellen Auswirkung (Bruttowert gemäß DMA vor Steuerungsmaßnahmen) auf die damit verbundenen Cashflows betraf:

  • extreme Wetterereignisse in der Lieferkette (Risiko)

Zusätzlich wurden weitere als nicht wesentlich identifizierte Risiken aus der DMA entsprechend ihren Netto-Risikopositionen in das Risikomanagementsystem übernommen.

In den nachfolgenden Kapiteln „Klimawandel“, „Umweltverschmutzung“, „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“, „Eigene Belegschaft der KION Group“, „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ und „Unternehmensführung“ werden in diesem Nachhaltigkeitsbericht sowohl die identifizierten Risiken als auch die potenziellen oder tatsächlichen Auswirkungen näher erläutert.

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