KION GROUP AG

Geschäftstätigkeit

Die KION GROUP AG ist die strategische Management-Holding der KION Group. Die KION GROUP AG hält alle Anteile an der Dematic Holdings GmbH, Frankfurt am Main, und damit mittelbar alle Anteile an den Tochtergesellschaften des Segments Supply Chain Solutions. Die KION GROUP AG ist zudem alleinige Gesellschafterin der Linde Material Handling GmbH, Aschaffenburg, die nahezu alle Anteile an den Gesellschaften des Segments Industrial Trucks & Services hält. Weiterhin sammelt die KION GROUP AG Liquiditätsüberschüsse der Konzerngesellschaften in einem Cashpool und deckt den Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften nach Möglichkeit über interne Darlehensbeziehungen ab. Die externe Refinanzierung der Konzernaktivitäten wird in der Regel über die KION GROUP AG abgewickelt. Die Übernahme geschäftsleitender Holdingfunktionen sowie die Erbringung sonstiger entgeltlicher Dienstleistungen ist außerdem Teil der Unternehmenstätigkeit der KION GROUP AG.

Der Jahresabschluss der KION GROUP AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Konzernabschluss wird gemäß § 315e Abs. 1 HGB nach den internationalen Rechnungslegungsregeln IFRS aufgestellt. Unterschiede zwischen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach HGB und nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) ergeben sich vor allem bei der bilanziellen Abbildung von Finanzinstrumenten, Rückstellungen, latenten Steuern und dem Beschaffungsleasing.

Die KION GROUP AG beschäftigte zum 31. Dezember 2025 insgesamt 322 Mitarbeiter (Vorjahr: 373).

Steuerungssystem

Das aus dem operativen Ergebnis sowie dem Beteiligungsergebnis der KION GROUP AG abgeleitete und um Einmal- und Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT bereinigt nach IFRS) stellt die wesentliche Steuerungsgröße der KION GROUP AG dar. Die Überleitung in tabellarischer Form ist im folgenden Kapitel aufgeführt.

Ertragslage der KION GROUP AG

Die KION GROUP AG ist selbst nicht operativ tätig. Die im Geschäftsjahr 2025 ausgewiesenen Umsatzerlöse in Höhe von 143,7 Mio. € (Vorjahr: 129,8 Mio. €) resultierten im Wesentlichen aus der Erbringung von Dienstleistungen an verbundene Unternehmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 12,8 Mio. € auf 33,5 Mio. € und beinhalteten insbesondere Kursgewinne aus der Bewertung von Bankkonten und Cashpools in Fremdwährungen.

Der Personalaufwand fiel mit 104,7 Mio. € um 28,1 Mio. € höher als im Vorjahr aus. Der Anstieg war vor allem auf höhere variable Vergütungsbestandteile sowie allgemeine Gehaltssteigerungen und Einmalaufwendungen aus dem Effizienzprogramm zur Stärkung der langfristigen Investitions- und Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich um 21,4 Mio. € auf 204,2 Mio. €. Ursächlich dafür waren insbesondere geringere Kursverluste aus der Bewertung von Bankkonten und Cashpools in Fremdwährungen sowie niedrigere Fremd- und Beratungsleistungen.

Das Beteiligungsergebnis reduzierte sich im Berichtsjahr um 240,8 Mio. € auf 384,6 Mio. € (Vorjahr: 625,4 Mio. €). Grund dafür waren die gesunkenen Erträge aus der Gewinnabführung von Tochtergesellschaften.

Das aus dem operativen Ergebnis und dem Beteiligungsergebnis abgeleitete EBIT bereinigt (IFRS) sank im Berichtszeitraum insgesamt um 246,1 Mio. € auf 262,9 Mio. €; dies entsprach der im zusammengefassten Lagebericht 2024 prognostizierten Entwicklung.

Das Finanzergebnis in Höhe von 45,4 Mio. € (Vorjahr: 45,9 Mio. €) setzte sich zusammen aus Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 115,8 Mio. € (Vorjahr: 154,3 Mio. €) und aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen in Höhe von 161,1 Mio. € (Vorjahr: 200,3 Mio. €). Zinsen und ähnliche Aufwendungen entfielen insbesondere auf Zinsaufwendungen aus externen Finanzverbindlichkeiten sowie auf Zinsaufwendungen aus konzerninternen Verbindlichkeiten. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge resultierten überwiegend aus Zinserträgen aus der Verzinsung konzerninterner Forderungen; zusätzlich waren Zinserträge aus der Geldanlage bei Banken enthalten.

In der Funktion als steuerliche Organträgerin für nahezu alle deutschen Tochtergesellschaften verzeichnete die KION GROUP AG im Geschäftsjahr 2025 einen Steueraufwand in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 101,3 Mio. €). Der Rückgang des Steueraufwands gegenüber dem Vorjahr ist neben dem niedrigeren Vorsteuerergebnis der Organschaft auch auf einen deutlich höheren Anteil steuerfreier Dividenden zurückzuführen.

Ertragslage

in Mio. €

2025

2024

Veränderung

Umsatzerlöse

143,7

129,8

10,7 %

Sonstige betriebliche Erträge

33,5

46,3

–27,7 %

Materialaufwand

–0,2

–0,2

15,0 %

Personalaufwand

–104,7

–76,6

–36,7 %

Sonstige betriebliche Aufwendungen

–204,2

–225,6

9,5 %

Abschreibungen

–11,3

–0,3

< −100,0 %

Operatives Ergebnis

–143,3

–126,6

–13,2 %

Beteiligungsergebnis

384,6

625,4

–38,5 %

Finanzergebnis

45,4

45,9

–1,2 %

Steuern vom Einkommen und Ertrag

–5,2

–101,3

94,8 %

Jahresergebnis

281,5

443,4

–36,5 %

Überleitung zum EBIT bereinigt (IFRS)

in Mio. €

2025

2024

Veränderung

Operatives Ergebnis

–143,3

–126,6

–13,2 %

Beteiligungsergebnis

384,6

625,4

–38,5 %

Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen HGB und IFRS

22,5

10,4

> 100,0 %

Einmal- und Sondereffekte

–0,9

–0,2

< −100,0 %

EBIT bereinigt (IFRS)

262,9

509,0

–48,3 %

Die Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen HGB und IFRS resultierten im Berichtsjahr vor allem aus der Berücksichtigung der Fremdwährungskurseffekte sowie aus der Wertberichtigung von Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Vermögenslage und Finanzlage der KION GROUP AG

Die Finanzanlagen in Höhe von 4.701,0 Mio. € (Vorjahr: 4.605,1 Mio. €) beinhalteten neben den Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen in Höhe von 4.241,7 Mio. € (Vorjahr: 4.238,2 Mio. €) im Wesentlichen Ausleihungen an Konzerngesellschaften in Höhe von 457,3 Mio. € (Vorjahr: 365,6 Mio. €).

Die liquiden Mittel haben sich im Berichtsjahr um 367,6 Mio. € auf 166,2 Mio. € vermindert. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der Mittelabfluss aus der im September 2025 zurückgeführten Unternehmensanleihe.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 3.946,0 Mio. € (Vorjahr: 3.954,5 Mio. €) setzten sich mit 3.841,5 Mio. € (Vorjahr: 3.927,9 Mio. €) überwiegend aus Darlehen und Cashpool-Forderungen gegen andere Konzerngesellschaften zusammen. Es bestanden langfristige Darlehen an Konzerngesellschaften in Höhe von 194,6 Mio. € (Vorjahr: 169,2 Mio. €).

Vermögenslage

in Mio. €

31.12.2025

31.12.2024

Veränderung

Aktiva

 

 

 

Sachanlagevermögen

1,0

1,2

–20,2 %

Finanzanlagen

4.701,0

4.605,1

2,1 %

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

3.946,0

3.954,5

–0,2 %

Flüssige Mittel

166,2

533,8

–68,9 %

Rechnungsabgrenzungsposten

2,5

3,6

–32,2 %

Summe Aktiva

8.816,6

9.098,3

–3,1 %

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

Eigenkapital

5.686,7

5.512,8

3,2 %

Rückstellungen für Pensionen

69,9

65,6

6,6 %

Steuerrückstellungen

0,1

36,3

–99,8 %

Sonstige Rückstellungen

87,6

54,3

61,3 %

Verbindlichkeiten

2.972,4

3.429,3

–13,3 %

Summe Passiva

8.816,6

9.098,3

–3,1 %

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2025 um 173,9 Mio. € auf 5.686,7 Mio. € (Vorjahr: 5.512,8 Mio. €). Positiv wirkte sich dabei der im Berichtsjahr erwirtschaftete Jahresüberschuss in Höhe von 281,5 Mio. € aus. Demgegenüber stand die im Juni 2025 geleistete Dividendenausschüttung, die das Eigenkapital um 107,5 Mio. € reduzierte. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 64,5 Prozent (Vorjahr: 60,6 Prozent).

Die Erhöhung der Rückstellungen um 1,4 Mio. € auf 157,6 Mio. € resultierte insbesondere aus dem Anstieg der in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Personalrückstellungen um 19,6 Mio. € auf 60,3 Mio. €. Gegenläufig verringerten sich die Steuerrückstellungen um 36,2 Mio. € auf insgesamt 0,1 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten von 2.972,4 Mio. € (Vorjahr: 3.429,3 Mio. €) setzten sich im Wesentlichen aus Darlehens- und Cashpool-Verbindlichkeiten gegenüber anderen Konzerngesellschaften von 2.047,0 Mio. € (Vorjahr: 1.880,6 Mio. €), aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 408,4 Mio. € (Vorjahr: 539,9 Mio. €) sowie aus Unternehmensanleihen in Höhe von 500,0 Mio. € (Vorjahr: 1.000,0 Mio. €) zusammen.

Die KION GROUP AG hatte im Geschäftsjahr 2020 ein Unternehmensanleiheprogramm (EMTN-Programm) mit einem Gesamtvolumen von 3 Mrd. € etabliert. Unter diesem Programm wurde im Jahr 2020 eine erste Unternehmensanleihe mit einem Nominalbetrag von 500,0 Mio. €, einer Laufzeit bis 2025 und einem Kupon in Höhe von 1,625 Prozent am Kapitalmarkt ausgegeben. Die Anleihe wurde im Geschäftsjahr planmäßig zurückgeführt. Im November 2024 wurde unter dem EMTN-Programm eine zweite, unbesicherte Unternehmensanleihe mit einem Nominalbetrag von 500,0 Mio. €, einer Laufzeit bis 2029 und einem Kupon in Höhe von 4,0 Prozent am Kapitalmarkt begeben.

Die KION GROUP AG verfügt über eine syndizierte revolvierende Kreditlinie (RCF) mit einem Gesamtvolumen von 1.385,7 Mio. € und einer Laufzeit bis Oktober 2028. Die Kreditlinie ist variabel verzinslich; die vertraglich vereinbarten Zinskonditionen sind dabei an das Rating der KION GROUP AG sowie an die Einhaltung von Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. Zum 31. Dezember 2025 erfolgte keine Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditlinie (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Die Kreditverbindlichkeiten und die Schuldscheindarlehen sind nicht besichert.

Künftige Entwicklung und Risikolage

Prognose

Die Ergebnisentwicklung der KION GROUP AG sollte auch zukünftig gleichgerichtet zum Konzern verlaufen, da sich die Ergebnisse der Tochtergesellschaften im Beteiligungsergebnis der Muttergesellschaft des Konzerns niederschlagen. Somit spiegelt sich der Ausblick der KION Group im Wesentlichen auch in den Erwartungen der KION GROUP AG wider.

Die Geschäftsentwicklung und -lage der KION GROUP AG wird wesentlich von der geschäftlichen Entwicklung und vom Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber wird ausführlich in den Abschnitten „Geschäftsverlauf im Konzern“ sowie „Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der KION Group“ berichtet.

Für das kommende Geschäftsjahr 2026 wird im Vergleich zum Vorjahr für die KION GROUP AG mit einem deutlichen Anstieg des EBIT bereinigt nach IFRS gerechnet.

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der KION GROUP AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des Konzerns, da er über die Ergebnisbeiträge der weltweiten Tochterunternehmen direkt an deren Entwicklung partizipiert. Details zu den Risiken des Konzerns können dem „Risikobericht“ entnommen werden.

Zudem existieren Bürgschafts- und Garantieerklärungen der KION GROUP AG gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Banken und Versicherungen in Höhe von 6.542,6 Mio. €. Sie betreffen im Wesentlichen Leasingverpflichtungen. Des Weiteren haftet die KION GROUP AG gesamtschuldnerisch für eine revolvierende Kreditlinie über 1.750,0 Mio. € sowie für ein im Geschäftsjahr begebenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 200,0 Mio. €. Beide Finanzierungsmaßnahmen betreffen die Leasingrefinanzierung der Tochterunternehmen. Zum Bilanzstichtag wurden die bestehenden Haftungsverhältnisse hinsichtlich ihrer Risikosituation überprüft. Der Vorstand der KION GROUP AG schätzt das Risiko einer möglichen Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich ein.

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