Strategie, Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette der KION Group (SBM-1)
Die KION Group ist einer der weltweit führenden Anbieter für Flurförderzeuge und Supply-Chain-Lösungen und beschäftigte zum 31. Dezember 2025 konzernweit 43.021 Mitarbeiter aus über 110 Ländern (31. Dezember 2024: 43.297). Der größte Anteil der Beschäftigten zum Jahresende entfiel mit 67,4 Prozent (29.014 Mitarbeiter) auf die Region EMEA und den wesentlichen Kernmarkt Westeuropa (Vorjahr: 69,3 Prozent, 30.018 Mitarbeiter). In der Region APAC und dem Kernmarkt China lag der Anteil bei 17,7 Prozent (7.602 Mitarbeiter) (Vorjahr: 16,9 Prozent, 7.307 Mitarbeiter). In der Region Americas mit dem bedeutenden Kernmarkt Nordamerika waren 14,9 Prozent (6.405 Mitarbeiter) beschäftigt (Vorjahr: 13,8 Prozent, 5.972 Mitarbeiter).
Durch den regionalen Marktauftritt hat sich die KION Group mit dem Produktportfolio ihrer etablierten Marken, dem Vertriebs- und Servicenetz sowie einem heterogenen Kundenportfolio in den globalen Märkten positioniert. Das Geschäft wird über die zwei operativen Segmente Industrial Trucks & Services und Supply Chain Solutions gebündelt, die sich über deren jeweilige Marktposition und regionale Präsenz gegenseitig ergänzen. Corporate Services umfasst Holding- und sonstige Servicegesellschaften, die segmentübergreifende Dienstleistungen wie beispielsweise IT und allgemeine Verwaltungstätigkeiten erbringen.
Dabei umfasst das Leistungsspektrum der KION Group Flurförderzeuge wie Gabelstapler und Lagertechnikgeräte und verbundene Dienstleistungen einschließlich unterstützender Finanzdienstleistungen sowie integrierte Automatisierungstechnologien und Softwarelösungen für die Optimierung von Lieferketten – inklusive aller damit verbundenen Dienstleistungen. In mehr als 100 Ländern vertreibt die KION Group ihre Logistiklösungen für den Material- und Informationsfluss in Produktionsbetrieben, Lagerhäusern und Vertriebszentren. Der im MDAX gelistete Konzern ist in der Region EMEA der größte Hersteller von Flurförderzeugen. In China ist die KION Group führender ausländischer Produzent.
Das Geschäftsmodell im Segment Industrial Trucks & Services mit den regionalen Märkten EMEA, APAC und Americas ist seit Jahrzehnten mit seinen Marken etabliert. Die Marken Linde und STILL bedienen dabei den Premium- und oberen Value-Markt für Flurförderzeuge, während Baoli sich auf das untere Value- und Economy-Segment konzentriert. Die regionale Flurförderzeug-Marke Fenwick ist einer der führenden Material-Handling-Anbieter in Frankreich, während OM den indischen Markt als einer der dort führenden Anbieter bedient. Das Segment Industrial Trucks & Services verfügt über eine diversifizierte Kundenstruktur. Diese reicht von großen Key-Accounts mit globalem Einzugsbereich bis hin zu kleinen und mittelständischen Unternehmen aller Branchen.
Der Fokus des Geschäftsmodells im Segment Supply Chain Solutions, das unter der Marke Dematic tätig ist, liegt auf der Konzeptionierung und Installation integrierter Technologie- und Softwarelösungen zur Optimierung von Lieferketten. Als einer der weltweit führenden Spezialisten für Lagerautomatisierungslösungen bietet Dematic ein umfassendes Portfolio an intelligenten Supply-Chain- und Automatisierungslösungen. Mit ihren Produktionsstandorten und den regional verfügbaren Expertenteams plant und realisiert Dematic Logistiklösungen unterschiedlichster Komplexität weltweit. Wesentliche Kundenbranchen sind der allgemeine Warenhandel, der Lebensmitteleinzelhandel, die Bekleidungsindustrie sowie die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Die Kundengruppen umfassen unter anderem das produzierende Gewerbe, Hersteller von Lebensmitteln und Getränken, Paketdienstleister sowie reine E-Commerce-Unternehmen.
Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement
Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement ist ein Treiber für Innovation und Wachstum in der Konzernstrategie „Playing to Win“, die im Geschäftsjahr 2025 eingeführt wurde (siehe dazu auch „Strategie der KION Group“). Die KION Group ist davon überzeugt, dass die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie wesentlich zu profitablem Wachstum, Resilienz und Kundenorientierung beiträgt. Sie unterstützt zudem die erfolgreiche Entwicklung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen sowie die Übernahme von Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und Gesellschaft. Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette reicht vom Produktdesign über die Lieferkette, den eigenen Betrieb und den Lebenszyklus der angebotenen Produkte, Lösungen und Dienstleistungen bis hin zu den Logistikprozessen. Dabei bedeutet eine nachhaltige Ausrichtung für die KION Group das Bestreben, sichere Produkte für ihre Kunden anzubieten, die möglichst ressourcenschonend, energieeffizient und in einer sicheren und diskriminierungsfreien Arbeitsumgebung produziert werden.
Die globalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit einem Fokus auf intelligente und vernetzte Automatisierungslösungen, energieeffiziente Antriebskonzepte wie auch Softwarelösungen zur Optimierung des Energiemanagements unterstützen dabei, die konzernweiten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Auf der Grundlage des Geschäftsmodells und der Strategie verfolgt die KION Group das Ziel, zunehmend integrierte, zirkuläre und emissionsfreie Intralogistiklösungen anzubieten, um zur Emissionsreduzierung beizutragen. Dazu zählen die Produktion emissionsarmer Flurförderzeuge mit alternativen Antrieben sowie die Weiterentwicklung von Automatisierungs- und Robotiklösungen. Die KION Group verpflichtet sich offiziell zu Net-Zero bis spätestens 2050 und orientiert sich dabei am internationalen Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi). Dies erfordert verantwortungsvolles Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
In der eigenen Geschäftstätigkeit setzt die KION Group im Segment Industrial Trucks & Services auf ein Portfolio elektrisch betriebener Fahrzeuge einschließlich batterie- und brennstoffzellenbetriebener Produkte. Der Anteil an bestellten Flurförderzeugen mit Elektroantrieb lag im Berichtszeitraum bei 92,6 Prozent.
Seit 2023 produziert die KION Group 24-Volt-Hochleistungsbrennstoffzellensysteme für Flurförderzeuge in Hamburg. Lithium-Ionen-Batterien werden bereits seit 2020 von der KION Battery Systems GmbH (KBS) in Karlstein am Main hergestellt. Mit der Eröffnung des neuen Energie-Kompetenzzentrums am Standort Hamburg hat die KION Group im November 2025 eine erste Fertigungslinie für bedarfsoptimierte Lithium-Ionen-Batterien in Betrieb genommen und damit die Produktionskapazitäten für energieeffiziente Energiesysteme an Standorten außerhalb Chinas weiter gestärkt. Zugunsten einer Kreislaufwirtschaft hat die KION Group neben dem Gebrauchtfahrzeuggeschäft ihre Aktivitäten zur Wiederverwendung von Materialien verstärkt und führt seit 2023 eine strategische Partnerschaft mit der Li-Cycle Holdings Corp. in Magdeburg für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien.
Im Projektgeschäft für Automatisierungslösungen wird das Ziel verfolgt, innovative Antriebstechnologien in den Standardproduktreihen zu integrieren, um eine effizientere Nutzung von Elektroenergie gewährleisten zu können und die Kunden bei der Senkung ihres Energieeinsatzes zu unterstützen. Dabei werden zunehmend Cloud-native-Softwarelösungen (IT-/IoT-gesteuerte Lösungen) eingesetzt. So bietet das Segment Supply Chain Solutions maßgeschneiderte Lösungen für zahlreiche Cloud-Umgebungen an und unterstützt seine Kunden dabei, ihren ökologischen Fußabdruck durch einen geringeren Materialverbrauch und eine höhere Energieeffizienz zu verbessern.
Für beide operativen Segmente der KION Group ist es entscheidend, Risiken in Bezug auf Lieferfähigkeit, Qualität, Kosten und Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette wirksam zu minimieren, um eine reibungslose Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Die Substitution chemischer Substanzen, die für den Menschen schädlich sind oder die Umwelt beeinträchtigen können, ist ein zentraler Handlungsgrundsatz für nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften. Für profitables Wachstum und als ein Bestandteil der Konzernstrategie „Playing to Win“ wird der Aufbau einer beständigen Lieferantenbasis vorangetrieben, um Unterbrechungen in der Produktion zu minimieren. Dies soll unter anderem die Wachstums- und Nachhaltigkeitsziele des Konzerns unterstützen und zu einer Optimierung der Materialkosten beitragen. Darüber hinaus sollen damit kreislauffähige Lieferketten sowie eine Angebotspalette mit nachhaltigkeitsorientierten Produkten und Lösungen für die Kunden gefördert werden, um neben der Profitabilität auch die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Ein darauf ausgerichtetes Lieferkettenmanagement ist daher von zentraler Bedeutung, um eine möglichst lückenlose Rückverfolgbarkeit von Materialien entlang der Wertschöpfungskette sicherstellen zu können.
Die Nachhaltigkeitsaktivitäten der KION Group werden konzernweit strategisch gesteuert. Im Kern der Nachhaltigkeitsstrategie steht der Leitsatz „Wir übernehmen Verantwortung“ mit den drei strategischen Dimensionen People (Menschen), Products (Produkte) und Processes (Prozesse). Innerhalb dieser Dimensionen wurden ursprünglich acht ineinandergreifende Nachhaltigkeitshandlungsfelder definiert, in denen die jeweiligen Strategieziele verankert sind. Im Geschäftsjahr 2025 wurde entschieden, das Handlungsfeld „Production and solution safety“ nicht weiter als eigenständigen Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsstrategie fortzuführen, da Sicherheitsaspekte als Bestandteil des Geschäftsmodells der KION Group bei den fortlaufenden Produktentwicklungen fest verankert sind. Die sieben Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie sind der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:
Die sieben Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie der KION Group
Strategieziele und Zielerreichung im Geschäftsjahr 2025
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Nachhaltigkeitsstrategie der KION Group weiterentwickelt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bildeten die Schwerpunkte entlang der sieben Handlungsfelder die Verbesserung der Energieeffizienz, die Reduktion der THG-Emissionen im eigenen Betrieb sowie eine weitere Senkung der Unfallhäufigkeitsrate (LTIFR) durch eine kontinuierliche Reduzierung der arbeitsbedingten Unfälle. Die im Laufe des Geschäftsjahres nahezu flächendeckend vollzogene Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird den Anteil der Nutzung nachhaltiger Energiequellen bei der KION Group spürbar erhöhen. Zusätzlich zur Elektrifizierung von Produktionsprozessen sowie Dienst- und Serviceflotten unterstützt diese Umstellung auf Ökostrom das strategische Ziel im Handlungsfeld „Climate and energy“, den Anteil erneuerbarer Energien im eigenen Betrieb kontinuierlich zu erhöhen.
Die Mitarbeiterzufriedenheit ist ein wiederkehrender wesentlicher Indikator einer guten Unternehmensführung; dementsprechend wird diese Kennzahl im Handlungsfeld „Talent“ jährlich als strategisches Ziel in der gesamten Belegschaft gemessen und beurteilt.
Die Ziele in den Handlungsfeldern „Climate and energy“ und „Product and solution sustainability“ wurden im Vergleich zum Vorjahr unverändert fortgeführt. Das Netto-Null-Ziel zur kontinuierlichen Reduktion der Scope-1-, -2- und Scope-3-THG-Emissionen bis spätestens 2050 wird unverändert verfolgt. Dabei wurde »im Einklang mit der SBTi« und unter Bezugnahme auf das Basisjahr 2021 als mittelfristiges Ziel bis zum Jahr 2030 für Scope 1 und 2 eine absolute Reduktion um 42 Prozent und für Scope 3 um 25 Prozent definiert. Der Anteil von Kunden bestellter Flurförderzeuge mit Elektroantrieb im Segment ITS wird unverändert mit mindestens 92 Prozent bis zum Jahr 2027 als Ziel verfolgt. Darüber hinaus wurden ein kontinuierlicher Anstieg an Produkten mit verfügbaren Ökobilanzen und Cradle-to-Cradle-Zertifizierungen als Ziele festgelegt.
Das Handlungsfeld „Product and solution safety“ wird zukünftig über die Technologieorganisation (CTO) der KION Group als Bestandteil der strategischen Technologieausrichtung des Konzerns gesteuert.
Im Handlungsfeld „Circularity“ blieb der konkrete Zielwert zur höheren Verwertung von Abfällen im eigenen Betrieb auf eine Quote von mindestens 85 Prozent bis zum Jahr 2030 unverändert bestehen.
Im Handlungsfeld „Supply chain“ wurde der Zielwert aufgrund der deutlichen Erhöhung des Anteils des jährlichen wertmäßigen Einkaufsvolumens bei Tier-1-Direktlieferanten der Kategorie A mit geringem ESG-Risiko in diesem Jahr auf den Zielwert von 80 Prozent bis zum Jahr 2030 angehoben.
Im Handlungsfeld „Sustainable governance“ konnte die KION Group auf Konzernebene zudem vor dem Zieljahr 2027 erstmals ein EcoVadis-Rating mit der höchsten Bewertungsstufe „Platin“ erzielen. Damit positioniert sich die KION Group unter den besten ein Prozent der von EcoVadis bewerteten Unternehmen und folgt ihren bereits gut etablierten Marken Linde und STILL in der Region EMEA. Bei weiteren ausgewählten Tochtergesellschaften wurde mindestens das Rating „Silber“ aus dem Vorjahr erneut bestätigt; zudem erreichte eine Gesellschaft erstmals die Bewertung „Silber“ und konnte damit die „Bronze“‑Bewertung aus dem Vorjahr übertreffen. Eine weitere Verbesserung der Ratings weiterer Tochtergesellschaften ist bis 2027 angestrebt. Auch das Rating S&P Global CSA mit einem Zielwert von mindestens 70 Punkten im Zieljahr 2027 wird unverändert angestrebt; im Jahr 2025 konnte die KION Group ihr Rating auf 69 Punkte verbessern.
Die vor einigen Jahren gesteckten Ziele für die vollständige Zertifizierung aller Standorte der KION Group nach ISO 45001 (Arbeitssicherheit und Gesundheit) im Handlungsfeld „Occupational health and safety (OHS)“ und ISO 14001 (Umweltmanagement) im Handlungsfeld „Climate and energy“ wurden bereits erreicht. Um dauerhaft hohe Arbeitssicherheits- und Umweltstandards im Konzern zu gewährleisten, bleiben diese etablierten Ziele weiterhin fest in der Nachhaltigkeitsstrategie verankert. Die KION Group ist darüber hinaus bestrebt, durch ein hohe Arbeitssicherheit die Unfallhäufigkeitsrate des Konzerns kontinuierlich zu reduzieren, und steuert daher engmaschig die jährliche Senkung der Arbeitsunfälle von mindestens fünf Prozent. Im Geschäftsjahr 2025 konnte das jährliche Ziel mit einem Wert von 4,2 (Vorjahr: 4,4) erneut erreicht werden.
Bis auf das Handlungsfeld „Product and solution safety“ werden auch alle weiteren Zielsetzungen im Rahmen der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie im Vergleich zum Vorjahr unverändert weiterverfolgt (siehe hierzu „Interessen und Ansichten der Stakeholder“).
Im Bereich Umwelt konnten im Vergleich zum Vorjahr weitere Verbesserungen bei den THG-Emissionen und beim Anteil der erneuerbaren Energien erzielt werden. Der Anteil der verkauften Fahrzeuge mit Elektroantrieb konnte nochmals gesteigert werden; der Anteil lag zum Jahresende 2025 bei 92,6 Prozent (Vorjahr: 91,7 Prozent).
Im Handlungsfeld „Talent“ wurde zur Beurteilung der Mitarbeiterzufriedenheit (Engagement Score) die „KION Pulse“-Mitarbeiterbefragung in den Monaten Oktober und November 2025 durchgeführt und erneut mit einem sehr guten Wert von 75 bestätigt (Zielwert: Mindestens 75). Die Teilnahmequote der gesamten Belegschaft lag mit 81 Prozent weiterhin gemäß externen Erhebungen über dem Branchendurchschnitt.
Zudem wurden bei den weiteren mittel- und langfristigen Zielen weitere Fortschritte erzielt oder das Vorjahresniveau wurde erneut erfolgreich bestätigt.
Die nachfolgende Übersicht der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet eine qualitative Beschreibung der kurz-, mittel- und langfristigen Nachhaltigkeitsziele, der quantitativen Kennzahlen sowie deren Status zum Ende des Geschäftsjahres 2025 im Vergleich zum Vorjahr.
Dimension |
Handlungsfeld |
Ziele und Kennzahlen |
Zieljahr |
Status 2025 |
Status 2024 |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
People |
Occupational health and safety |
Senkung der Unfallhäufigkeitsrate1 um mindestens 5 % pro Jahr (bezogen auf den festgelegten Jahreshöchstwert; langfristig: keine Arbeitsunfälle)* |
Jährlich |
4,2 |
4,4 |
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100 %-Zertifizierungsquote ISO 450012 (alle Standorte, mit einer Konzernzugehörigkeit von mindestens 12 Monaten) |
2025 |
99 % |
99 % |
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KION HSE Assessment: durchschnittliche Erfüllungsquote des KION HSE Standards von 100 % (alle Standorte, mit einer Konzernzugehörigkeit von mindestens 12 Monaten) |
2027 |
95,9 % |
95,8 % |
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Talent |
Stärkung der Mitarbeiterzufriedenheit auf einen Engagement Score3 von mindestens 75 und Erreichung einer Teilnahmequote3 von mindestens 80 %, gemessen durch eine jährliche, weltweite Mitarbeiterbefragung** |
2026 |
Engagement |
Engagement |
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Keine Fälle von Nichteinhaltung der KION Group Mindest-Beschäftigungsstandards** |
Laufend |
0 Fälle |
0 Fälle |
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Product and solution sustainability |
Segment ITS: Streben nach einem elektrisch ausgerichteten Portfolio, inkl. batterie- und brennstoffzellenbetriebener Produkte, durch Steigerung des Anteils der jährlich verkauften elektrisch angetriebenen Fahrzeuge4 auf 92 % |
2027 |
92,6 % |
91,7 % |
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Erhöhung der Anzahl an Produkten mit verfügbarer Ökobilanz** |
laufend |
♦ |
♦ |
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Erhöhung der Anzahl an Produkten mit |
laufend |
♦ |
♦ |
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Processes |
Climate and energy |
Absolute Reduzierung der THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3) in Tonnen CO2e5 im Vergleich zum Basisjahr 2021: |
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Bis 2030: |
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–24,8 % |
–1,9 % |
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Scope 3 um 25 % |
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–37,4 % |
–31,8 % |
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Bis 2050: |
Net-Zero bis 2050 |
14,8 Mio. Tonnen |
16,2 Mio. Tonnen |
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Erhöhung des Anteils der Nutzung erneuerbarer Energien auf mindestens 35 % im eigenen Betrieb |
2030 |
29,2 % |
21,2 % |
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Senkung der Energieintensität6 im eigenen Betrieb |
Laufend |
55,5 MWh pro Mio. € |
54,8 MWh pro Mio. € |
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100 %-Zertifizierungsquote ISO 140012 (alle Standorte, mit einer Konzernzugehörigkeit von mindestens 12 Monaten)** |
2025 |
99 % |
99 % |
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Circularity |
Erhöhung der Quote an verwerteten Abfällen im eigenen Betrieb auf ≥ 85 % |
2030 |
79,9 % |
77,8 % |
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Supply chain |
Erhöhung des Anteils der jährlichen Ausgaben von Tier-1-Direktlieferanten der Kategorie A mit geringem ESG-Risiko auf 80 %7* |
2030 |
60,9 % |
60,5 % |
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Sustainable governance |
EcoVadis-Bewertung Platin für die KION Group und ausgewählte bewertete Tochtergesellschaften** |
2027 |
KION: Platin |
KION: Gold |
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S&P Global Corporate Sustainability Assessment (CSA) Ergebnis der KION Group ≥ 70 Punkte** |
2027 |
69 |
64 |
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Mit Blick auf die erstmals im Geschäftsjahr 2024 durchgeführte und im Jahr 2025 aktualisierte doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA) werden die in diesem Nachhaltigkeitsbericht dargelegten wesentlichen IROs überwiegend durch diese strategischen Zielsetzungen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie gesteuert oder sind in den Programmen der Handlungsfelder auf anderer Ebene verortet. Wesentliche Ergebnisse und neu identifizierte, zusätzliche spezifische Themenfelder werden bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Festlegung von Zielen in die Betrachtung einbezogen.
Entlang der Dimensionen Environmental, Social, Governance (ESG) werden strategische Nachhaltigkeitsziele auch zur Festlegung der variablen Vergütung des Vorstands der KION GROUP AG im Rahmen von ESG-Zielen herangezogen (siehe hierzu „Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme“).
Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
Wertschöpfungskette der KION Group
Zu den wesentlichen Vorprodukten der vorgelagerten Wertschöpfungskette der KION Group zählen: Motoren, elektrische und andere Komponenten, Hochleistungsschmiedeteile, Gegengewichte und Sicherheitsausrüstungen, Industriereifen, Batterien sowie Fließbänder und Komponenten, Strukturstahl- und Stahlblech-Komponenten. In der Erzeugung dieser Vorprodukte ist neben dem Energieeinsatz unter anderem auch der Einsatz von Rohstoffen wie Stahl, Gummi, Öl, Lithium und Blei erforderlich. Zu den wichtigsten Zulieferfirmen zählen Unternehmen aus den Branchen Automotive, Metallbau, Elektronik und Batterieerzeugung. Die KION Group verfolgt einen nachhaltigen Beschaffungsansatz mit aufeinanderfolgenden Phasen: Strategieentwicklung, Risikobewertung, Risikominderung, Vorfallmanagement und Korrekturmaßnahmen. Die Ergebnisse jeder Phase fließen in die Umsetzung der nächsten Phase ein – mit der Zielsetzung des Einsatzes weitgehend nachhaltiger Vorprodukte und der Realisierung eines Kreislaufprozesses.
Die Ressourcenschonung ist ein Kernelement der Strategie und des Geschäftsmodells der KION Group, um den Verbrauch innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette zu minimieren. Dabei zählen der Energieeinsatz und die Abfallmengen zu den zentralen Einflussfaktoren entlang der Wertschöpfungskette der KION Group. Ziel ist es daher, den Kunden der KION Group zukünftig Produkte und Lösungen anzubieten, die ressourcenschonend sowie energie- und zudem kosteneffizient sind. Dies umfasst bereits die Beschaffung und den Einsatz von Vorprodukten und Materialien, die möglichst ressourcenschonend hergestellt wurden und eine Wiederverwendung, Reparatur und Wiederaufbereitung begünstigen. Durch die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen erwartet die KION Group nicht nur einen Rückgang bei Ressourcenabflüssen, sondern auch Vorteile insbesondere für Kunden, Investoren und weitere Stakeholder. Die etablierten Marken der KION Group legen hohe Qualitätsstandards an für ihre Premium-Produkte und integrierten Lösungen. Eine lange Produktlebensdauer und die Reparierfähigkeit sind daher auch fester Bestandteil des Geschäftsmodells der KION Group. So kann der Produktlebenszyklus durch regelmäßige Wartungen, Reparaturen und durch Modernisierungsmaßnahmen, Modifikationen und Upgrades der verbauten Materialien verlängert werden. Das Service- und Ersatzteilgeschäft sowie die erneute Vermarktung von Gebrauchtgeräten nach der Wiederaufbereitung ist daher eine feste Komponente im Geschäftsmodell der KION Group. In der nachgelagerten Wertschöpfungskette führt dies zu einer insgesamt längeren Einsatzmöglichkeit der Produkte bei den Kunden.
Für die KION Group als Hersteller von Flurförderzeugen und Anbieter von Intralogistiklösungen ist die Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette in die Nachhaltigkeitsstrategie der KION Group nicht nur aufgrund des großen Zuliefernetzwerks von Relevanz, sondern unter Betrachtung aller Interessengruppen in der gesamten Prozesskette auch sehr komplex. Das Geschäftsmodell des Segments Industrial Trucks & Services erstreckt sich über alle wesentlichen Prozessschritte in der Wertschöpfungskette, die für eine umfassende Betreuung von Material-Handling-Kunden weltweit erforderlich sind: Produktentwicklung, Einkauf und Produktion, Vertrieb und Servicegeschäft, Miet- und Gebrauchtfahrzeuggeschäft einschließlich Kurzfristmiete, Flottenmanagement sowie Finanzierungsdienstleistungen durch Leasingverträge zur Unterstützung des operativen Geschäfts mit Flurförderzeugen.
Dieses Produktportfolio wird durch Dienstleistungen während der Produktnutzung bei den Kunden ergänzt. Durch das Ersatzteilgeschäft sowie die Bereitstellung von Servicepaketen für Reparatur und Wartung wird die Langlebigkeit und die effiziente Nutzung dieser Produkte unterstützt. Die erneute Aufbereitung von Gebrauchtstaplern, zum Beispiel durch Rückläufer aus Leasingverträgen, und die erneute Vermarktung von diesen Gebrauchtgeräten oder Geräten nach einer Generalüberholung (Wiederaufbereitung) sind, zusammen mit diesen wiederkehrenden Serviceleistungen, weitere wichtige Bausteine in der nachgelagerten Wertschöpfungskette im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.
Das Produktportfolio des Segments Supply Chain Solutions mit Dematic als einem der weltweit führenden Anbieter für Lagerautomatisierung (Warehouse Automation) umfasst neben intelligenten Supply-Chain- und Automatisierungslösungen auch das Angebot im AMR-Segment („Autonome Mobile Roboter“ – AMR). Das Servicegeschäft (Customer Services) mit Serviceleistungen wie Instandhaltungen, Modernisierungen und Upgrades der installierten Anlagen rundet die Geschäftstätigkeit des Segments Supply Chain Solutions ab. »Weitere Erläuterungen finden sich im Abschnitt „Geschäftsmodell und Organisationsstruktur“ im Kapitel „Grundlagen der KION Group“ in diesem Geschäftsbericht.«
Die KION Group bietet ihren Kunden ein breites Produktspektrum inklusive aller damit verbundenen Dienstleistungen und Logistiklösungen für den Material- und Informationsfluss in Produktionsbetrieben, Lagerhäusern und Vertriebszentren an. Neben dem Absatzgeschäft stehen den Kunden als Endnutzern im Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft der Erwerb von Gebrauchtgeräten, kurz- und langfristige Leasingfinanzierungsmodelle, eine nur kurzfristige Anmietung von Geräten oder Mietflotten sowie die Modernisierung und Nachrüstung von bereits installierten Automatisierungslösungen zur Verfügung. Als Vertriebskanäle nutzt die KION Group neben dem Direktvertrieb unter anderem Messeauftritte sowie ein etabliertes Händlernetzwerk. Durch ihren langjährigen Kundenstamm in beiden operativen Segmenten besteht eine beständige Beziehung zu Kunden; dennoch ist die Marktposition durch den Wettbewerb stets beeinflussbar. Um daher den Kundenbedürfnissen auch in Bezug auf ressourcenschonende Produkte in der nachgelagerten Wertschöpfung möglichst gerecht werden zu können, hat die KION Group auch die Kundeninteressen, insbesondere in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, in die Betrachtung einzubeziehen. Ein funktionierendes Lieferantenmanagement mit entsprechenden Vorgaben und Policys für Lieferanten ist daher für das Monitoring der bezogenen Vorprodukte notwendig.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass bestimmte Vorprodukte nur von wenigen Lieferanten bezogen werden können, wodurch für die eigene Geschäftstätigkeit eine Abhängigkeit von Lieferanten teilweise gegeben ist. Durch Gesellschaftszukäufe, beispielsweise in der Herstellung von Profilen für Flurförderzeuge oder IoT-gestützter Software, einer eigenen Lithium-Ionen-Batterieproduktion und einer eigenen Brennstoffzellen-Fertigung hat die KION Group bereits ihr Geschäftsmodell erweitert mit dem Ziel, zukünftig resilienter zu sein.
Aufgrund der Vielzahl an Leasingverträgen gelangen die Flurförderzeuge im Segment Industrial Trucks & Services nach der vertraglichen Nutzungsdauer als Leasingrückläufer vorübergehend zurück in das Portfolio der KION Group. Eine Aufbereitung verschafft diesen Fahrzeugen als Gebrauchtgeräte oder generalüberholte Produkte (Refurbishment) mindestens einen zweiten Produktlebenszyklus im Sinne der Zirkularität. Aufgrund der vorwiegend wiederverwertbaren Materialien werden die Geräte dem Materialfluss über die Rückgewinnung von Ressourcen am Ende der ursprünglichen Lebensdauer, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Recycling, wieder zugeführt. Dieses Lifecycle-Management umfasst das Geschäft mit Miet-, Leasing- und Gebrauchtfahrzeugen, die Reparatur-, Instandhaltungs-, Aufrüstungs- und Wiederaufbereitungstätigkeiten sowie den Recyclingkreislauf für Lithium-Ionen-Batterien. Durch die strategische Partnerschaft mit der Li-Cycle Holdings Corp. werden die kritischen Konfliktmineralien der eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien am Ende des Lebenszyklus durch eine nahezu vollständige Rückgewinnung der Mineralien für die Herstellung neuer Batterien wiederverwendet. Ergänzt durch die eigenen Fertigungslinien wird somit der ressourcenschonende Kreislauf von der Batterieproduktion bis zur Rückgewinnung der Mineralien bei der KION Group geschlossen.
Bei der errichteten Basis an Automatisierungslösungen bei den Kunden handelt es sich im Segment Supply Chain Solutions vorrangig um großflächigere Installationen mit zahlreichen Einzelkomponenten. Angesichts der Laufzeiten von Supply-Chain-Installationsprojekten von häufig bis zu mehreren Jahren für diese kundenspezifischen Anlagen und oftmals hohen Investitionsausgaben beim Kunden ist die Langlebigkeit dieser Installationen auch aus Kundensicht von zentraler Bedeutung. Durch Modifikationen und Upgrades sowie durch das standardmäßige Ersatzteil- und Servicegeschäft wird der Produktlebenszyklus zudem verlängert; dies schließt unter anderem auch energetische Maßnahmen ein. Über den lösungsorientierten Produktlebenszyklus hinaus werden die Materialien der überwiegend kundenspezifischen Installationen und Anlagen – soweit möglich – durch Recycling wieder dem Materialkreislauf zugeführt.
Da eine nachhaltige Bestandskundenbindung einen wesentlichen Faktor für den Unternehmenserfolg darstellt, spielen auch die Vertriebskanäle eine zentrale Rolle im Geschäftsmodell der KION Group. In diesem Zusammenhang kommt grundsätzlich eine hybride Vertriebsstrategie zum Einsatz. Neben einem Händlernetzwerk und einem Direktvertrieb mit Außendienstmitarbeitern sind auch Messeauftritte, digitale Handelsplattformen und sonstige digitale Informationsquellen von zentraler Bedeutung. Die Digitalisierung und Vernetzung der eigenen Fahrzeuge, Tools und Installationen beim Kunden tragen dazu bei, Geschäftsreisen der Außendienstmitarbeiter zu reduzieren und damit die CO2-Emissionen zu verringern. Zusätzliche physische und virtuelle Showrooms mit einer 3D-Produktvisualisierung und speziellen Designtools ermöglichen es den Kunden, vor der eigentlichen Produktion oder Installation einer Anlage einen individuellen Einblick in das Produktportfolio oder in die Automatisierungslösungen zu bekommen. Dies ist nicht nur ressourcenschonend, sondern führt auch zu Einsparungen von THG-Emissionen.