Finanz­lage des Konzerns

Die Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements blieben zum 30. Juni 2026 gegenüber der Darstellung im zusammengefassten Lagebericht des Geschäftsberichts 2025 unverändert.

Kapitalstrukturanalyse

Die lang- und kurzfristigen Schulden erhöhten sich zum 30. Juni 2026 auf 12.604,9 Mio. € (Ende 2025: 12.171,9 Mio. €).

Die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, deren Zusammensetzung in der Tabelle „Industrielle Netto-Finanzschulden“ dargestellt ist, stiegen zum 30. Juni 2026 auf insgesamt 1.635,1 Mio. € (Ende 2025: 1.058,9 Mio. €).

Industrielle Netto-Finanzschulden

in Mio. €

30.06.2026

31.12.2025

Verän­derung

Schuldscheindarlehen

390,5

401,9

−2,8 %

Anleihen

991,4

496,8

99,5 %

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

116,3

118,0

−1,4 %

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

136,9

42,2

> 100,0 %

Finanzverbindlichkeiten

1.635,1

1.058,9

54,4 %

Abzüglich flüssiger Mittel

−391,0

−474,9

17,7 %

Netto-Finanzschulden

1.244,1

584,0

> 100,0 %

Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft

774,7

810,2

−4,4 %

Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing

775,1

764,1

1,4 %

Abzüglich Finanzverbindlichkeiten zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts

−494,7

Industrielle operative Netto-Finanzschulden (INOD)

2.299,1

2.158,3

6,5 %

Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen

481,7

527,5

−8,7 %

Industrielle Netto-Finanzschulden (IND)

2.780,7

2.685,8

3,5 %

 

 

 

 

EBITDA bereinigt1 für die letzten zwölf Monate

1.921,6

1.867,5

2,9 %

 

 

 

 

Verschuldungsgrad auf Basis Netto-Finanzschulden

0,6

0,3

Verschuldungsgrad auf Basis INOD

1,2

1,2

Verschuldungsgrad auf Basis IND

1,4

1,4

1

Bereinigt um Effekte aus Kaufpreisallokationen sowie Einmal- und Sondereffekte

Der Anstieg war auf die im März 2026 im Rahmen des EMTN-Programms der KION GROUP AG begebene Unternehmensanleihe mit einem Nominalwert von 500 Mio. € zurückzuführen. Die aus der Anleiheemission generierten Mittelzuflüsse wurden im Anschluss vollständig zur Rückführung bestehender Verbindlichkeiten aus dem Leasinggeschäft verwendet. Die Netto-Finanzschulden (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) stiegen insbesondere dadurch zum 30. Juni 2026 auf 1.244,1 Mio. € (Ende 2025: 584,0 Mio. €). Dies entsprach dem 0,6-Fachen (Ende 2025: 0,3-Faches) des EBITDA bereinigt auf annualisierter Basis.

Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2026 hat KION die Definition der alternativen Leistungskennzahl „Industrielle operative Netto-Finanzschulden (INOD)“ angepasst. Bisher wurde die Kennzahl als Summe aus Netto-Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft sowie Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing definiert. Ab dem Geschäftsjahr 2026 werden zusätzlich Finanzmittel in Abzug gebracht, die ausschließlich der Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts dienen, bilanziell jedoch im Posten „Finanzverbindlichkeiten“ als Bestandteil der allgemeinen Unternehmensfinanzierung ausgewiesen werden. Die Definitionsanpassung wurde erforderlich, weil im Geschäftsjahr 2026 erstmals Mittel aus einer nicht zweckgebundenen Unternehmensanleihe zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts eingesetzt wurden. Während die Refinanzierung des Leasinggeschäfts bislang über gesondert designierte und unmittelbar zuordenbare Finanzierungsinstrumente erfolgte, werden die aus der Unternehmensanleihe aufgenommenen Mittel im Bilanzposten „Finanzverbindlichkeiten“ ausgewiesen. Ohne die Anpassung würden diese wirtschaftlich dem Leasinggeschäft zuzurechnenden Finanzmittel vollständig in den industriellen operativen Netto-Finanzschulden berücksichtigt, obwohl das zugrunde liegende Leasinggeschäft nicht dem Industriegeschäft zuzuordnen ist. Die Definitionsanpassung dient daher dazu, die Finanzierung entsprechend ihrer wirtschaftlichen Zugehörigkeit abzubilden, um die Aussagekraft und die Vergleichbarkeit der Kennzahl im Zeitablauf zu erhalten.

Zur Überleitung auf die industriellen operativen Netto-Finanzschulden (INOD) zum 30. Juni 2026 in Höhe von 2.299,1 Mio. € (Ende 2025: 2.158,3 Mio. €) werden zu den Netto-Finanzschulden zum einen die Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft in Höhe von 774,7 Mio. € (Ende 2025: 810,2 Mio. €) sowie die Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing in Höhe von 775,1 Mio. € (Ende 2025: 764,1 Mio. €) hinzugerechnet. Zum anderen werden entsprechend der geänderten Definition nunmehr die aus der Unternehmensanleihe zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts aufgenommenen Mittel (abzüglich Ausgabeabschlag und Transaktionskosten) in Höhe von 494,7 Mio. € zur Ermittlung der Industrieverschuldung in Abzug gebracht. Eine Anpassung der Vergleichszahlen für Vorjahre war nicht erforderlich, da die Refinanzierung des Leasinggeschäfts bislang ausschließlich über unmittelbar dem Leasinggeschäft zuordenbare Finanzierungsinstrumente erfolgte und somit keine Abweichung zwischen bilanzieller Darstellung und wirtschaftlicher Zuordnung bestand. Der Verschuldungsgrad auf Basis der industriellen operativen Netto-Finanzschulden (INOD) betrug zum 30. Juni 2026 das 1,2-Fache (Ende 2025: 1,2-Faches) des EBITDA bereinigt auf annualisierter Basis.

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Leasinggeschäft verringerten sich zum 30. Juni 2026 auf 4.540,1 Mio. € (Ende 2025: 4.828,6 Mio. €). Der Nettorückgang resultierte im Wesentlichen aus der erfolgten Rückzahlung unter Verwendung der Anleihemittel. Dem stand ein gestiegenes Refinanzierungsvolumen infolge des Wachstums im Leasinggeschäft gegenüber. Insgesamt entfielen 4.428,1 Mio. € (Ende 2025: 4.714,6 Mio. €) auf die Refinanzierung des direkten Leasinggeschäfts und 112,0 Mio. € (Ende 2025: 114,0 Mio. €) auf die aus dem indirekten Leasinggeschäft begründeten Rücknahmeverpflichtungen.

Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft beliefen sich auf 774,7 Mio. € (Ende 2025: 810,2 Mio. €).

Die Vertragsverbindlichkeiten, die im Wesentlichen erhaltene Kundenanzahlungen im Rahmen des langfristigen Projektgeschäfts des Segments Intelligent Automation Solutions betreffen, stiegen zum 30. Juni 2026 auf 799,5 Mio. € (Ende 2025: 655,3 Mio. €).

Zum 30. Juni 2026 haben sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen im Rahmen leistungsorientierter Pensionspläne auf 562,1 Mio. € (Ende 2025: 604,3 Mio. €) reduziert. Der Rückgang war im Wesentlichen auf eine Sonderdotierung zur Erhöhung des Ausfinanzierungsgrads der Pensionspläne in Deutschland in Höhe von 16,8 Mio. € sowie leicht gestiegene Abzinsungsfaktoren zurückzuführen.

Das Konzern-Eigenkapital erhöhte sich zum 30. Juni 2026 auf 6.378,5 Mio. € (Ende 2025: 6.123,0 Mio. €). Dies entsprach einer Eigenkapitalquote von 33,6 Prozent (Ende 2025: 33,5 Prozent). Maßgeblich für den Anstieg des Eigenkapitals waren das im Berichtszeitraum erwirtschaftete Konzernergebnis in Höhe von 207,6 Mio. € sowie erfolgsneutrale Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 104,1 Mio. € und aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Pensionsbewertung in Höhe von 21,5 Mio. € (nach latenten Steuern). Eigenkapitalmindernd wirkte sich die im zweiten Quartal geleistete Dividendenausschüttung der KION GROUP AG in Höhe von 81,3 Mio. € aus.

Investitionsanalyse

Die von KION im Berichtszeitraum getätigten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Nutzungsrechte aus dem Beschaffungsleasing) führten zu Auszahlungen in Höhe von −153,5 Mio. € (Vorjahr: −173,2 Mio. €). Der Schwerpunkt im Segment Industrial Trucks & Services lag neben der Produktentwicklung auf der Modernisierung von Produktions- und Technologiestandorten. Die Investitionen im Segment Intelligent Automation Solutions betrafen vorwiegend Entwicklungsleistungen.

Liquiditätsanalyse

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf −285,2 Mio. € (Vorjahr: 343,3 Mio. €) und war signifikant durch die Rückzahlung von Verbindlichkeiten aus dem Leasinggeschäft unter Verwendung der Mittel aus der Unternehmensanleihe belastet. Unter Einbeziehung der aus der Anleiheemission zugeflossenen Mittel (abzüglich Ausgabeaufschlag und Transaktionskosten) ergab sich – auf entsprechend bereinigter Basis – ein operativer Cashflow von 209,5 Mio. €. Darüber hinaus wirkten sich die größtenteils erst im aktuellen Geschäftsjahr erfolgenden Auszahlungen aus der Umsetzung des Effizienzprogramms mit −63,6 Mio. € negativ aus.

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit lagen im ersten Halbjahr 2026 mit −187,3 Mio. € annähernd auf Vorjahresniveau (−181,4 Mio. €). Die darin enthaltenen Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte gingen nach dem erhöhten Investitionsniveau der Vorjahre auf −153,5 Mio. € (Vorjahr: −173,2 Mio. €) zurück. Davon entfielen −53,7 Mio. € (Vorjahr: −66,2 Mio. €) auf aktivierte Entwicklungskosten und −99,7 Mio. € (Vorjahr: −106,9 Mio. €) auf sonstige langfristige Vermögenswerte. Darüber hinaus fielen im Berichtszeitraum Auszahlungen in Höhe von −35,6 Mio. € (Vorjahr: −11,1 Mio. €) für M&A-Aktivitäten an.

Der Free Cashflow des Konzerns, dessen Definition mit Beginn des Geschäftsjahres 2026 angepasst wurde, belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 22,2 Mio. € (Vorjahr: 161,9 Mio. €) > Tabelle „Free Cashflow“.

Während der Free Cashflow bislang als Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit definiert war, werden seit dem Geschäftsjahr 2026 zusätzlich Zahlungsströme aus der Aufnahme und Tilgung von Finanzierungsinstrumenten (einschließlich zugehöriger Zinszahlungen und Finanzierungsbeschaffungskosten) berücksichtigt, soweit diese ausschließlich der Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts dienen. Die Definitionsanpassung wurde erforderlich, da erstmals Mittel aus allgemeinen Unternehmensfinanzierungen zur Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts eingesetzt werden. Ohne die Anpassung würden Zahlungsströme, die wirtschaftlich dem Leasing- und Kurzfristmietgeschäft zuzurechnen sind, aufgrund ihres Ausweises im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht im Free Cashflow erfasst. Durch die Anpassung wird eine sachgerechte wirtschaftliche Zuordnung dieser Zahlungsströme sichergestellt und die Vergleichbarkeit der Kennzahl im Zeitablauf gewährleistet. Aus der Definitionsanpassung ergab sich im Berichtszeitraum ein positiver Effekt auf den Free Cashflow in Höhe von 494,7 Mio. €, der aus der Einbeziehung der zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts aufgenommenen Mittel (abzüglich Ausgabeaufschlag und Transaktionskosten) aus der Unternehmensanleihe resultierte.

Free Cashflow

in Mio. €

Q2
2026

Q2
2025

Verän­derung

Q1 – Q2
2026

Q1 – Q2
2025

Verän­derung

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

−402,4

218,3

< −100,0 %

−285,2

343,3

< −100,0 %

+ Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzverbindlichkeiten zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts

494,7

494,7

= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bereinigt

92,3

218,3

−57,7 %

209,5

343,3

−39,0 %

+ Cashflow aus der Investitionstätigkeit

−117,1

−86,1

−36,0 %

−187,3

−181,4

−3,2 %

= Free Cashflow

−24,8

132,2

< −100,0 %

22,2

161,9

−86,3 %

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss in Höhe von 382,0 Mio. € (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von −318,1 Mio. €), der maßgeblich auf die im März 2026 begebene Unternehmensanleihe zurückzuführen war. Auszahlungsseitig schlugen vor allem die an die Aktionäre der KION GROUP AG ausgeschüttete Dividende in Höhe von −81,3 Mio. € (Vorjahr: −107,5 Mio. €) sowie Zins- und Tilgungsanteile aus dem Beschaffungsleasing von insgesamt −102,3 Mio. € (Vorjahr: −113,2 Mio. €) zu Buche.

Der Bestand an flüssigen Mitteln reduzierte sich auf 391,0 Mio. € zum 30. Juni 2026 (Ende 2025: 474,9 Mio. €).

Unter Berücksichtigung der frei verfügbaren, zum Berichtsstichtag in Gänze ungenutzten Kreditlinie in Höhe von 1.385,7 Mio. € (Ende 2025: 1.385,7 Mio. €) standen dem Konzern zum 30. Juni 2026 frei verfügbare liquide Mittel in einer Gesamthöhe von 1.776,1 Mio. € (Ende 2025: 1.859,9 Mio. €) zur Verfügung.

(Verkürzte) Kapitalflussrechnung

in Mio. €

Q2
2026

Q2
2025

Verän­derung

Q1 – Q2
2026

Q1 – Q2
2025

Verän­derung

EBIT

209,7

169,1

24,0 %

386,6

147,2

> 100,0 %

+ Abschreibungen1 auf langfristige Vermögenswerte (ohne Leasing- und Mietvermögen)

142,5

131,3

8,5 %

285,6

264,7

7,9 %

+ Netto-Veränderungen aus dem Leasinggeschäft (inkl. Abschreibungen1 und Auflösungen von passiven Abgrenzungsposten)

−510,6

−21,3

< −100,0 %

−491,4

−36,4

< −100,0 %

+ Netto-Veränderungen aus dem Kurzfristmietgeschäft (inkl. Abschreibungen1)

−33,0

6,1

< −100,0 %

−53,3

−6,9

< −100,0 %

+ Veränderungen Net Working Capital

−49,9

102,6

< −100,0 %

−137,8

46,1

< −100,0 %

+ Gezahlte Ertragsteuern

−53,5

−108,1

50,5 %

−54,2

−140,0

61,3 %

+ Veränderungen sonstige Rückstellungen

−34,9

17,0

< −100,0 %

−123,4

215,5

< −100,0 %

+ Sonstige

−72,6

−78,3

7,4 %

−97,5

−146,8

33,6 %

= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

−402,4

218,3

< −100,0 %

−285,2

343,3

< −100,0 %

+ Cashflow aus der Investitionstätigkeit

−117,1

−86,1

−36,0 %

−187,3

−181,4

−3,2 %

davon Auszahlungen für aktivierte Entwicklungskosten

−28,1

−31,3

10,3 %

−53,7

−66,2

18,8 %

davon Auszahlungen aus dem Zugang von sonstigen langfristigen Vermögenswerten

−62,5

−56,4

−10,8 %

−99,7

−106,9

6,7 %

davon aus Akquisitionen

−29,8

−5,2

< −100,0 %

−35,6

−11,1

< −100,0 %

davon aus sonstiger Investitionstätigkeit

3,3

6,8

−51,5 %

1,8

2,8

−36,3 %

+ Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

−59,4

−254,8

< 76,7 %

382,0

−318,1

100,0 %

+ Währungseinflüsse flüssige Mittel

2,8

−8,2

> 100,0 %

6,7

−11,4

> 100,0 %

= Nettoveränderung der flüssigen Mittel

−576,2

−130,7

< −100,0 %

−83,9

−167,6

49,9 %

1

Einschließlich Wertminderungen und Wertaufholungen

Services