Finanzlage des Konzerns

Liquiditätsanalyse

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit reduzierte sich in den ersten neun Monaten 2026 auf –34,5 Mio. € (Vorjahr: 676,9 Mio. €) und war signifikant durch die Rückzahlung von Verbindlichkeiten aus dem Leasinggeschäft belastet. Finanziert wurde die Rückzahlung durch die eingenommenen Mittel aus der im März 2026 von der KION GROUP AG begebenen Unternehmensanleihe. Unter Einbeziehung dieser Mittelzuflüsse (abzüglich Ausgabeabschlag und Transaktionskosten) ergab sich – auf entsprechend bereinigter Basis – ein operativer Cashflow von 460,2 Mio. € Tabelle „Free Cashflow“. Wesentliche Belastungen ergaben sich des Weiteren aus dem unterjährigen Aufbau des Net Working Capital infolge noch ausstehender Meilensteinzahlungen im Projektgeschäft, deren Vereinnahmung überwiegend im vierten Quartal 2026 erwartet wird. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit umfasste auch die größtenteils erst im aktuellen Geschäftsjahr erfolgenden Auszahlungen aus der Umsetzung des Effizienzprogramms, die im Berichtszeitraum 70,3 Mio. € betrugen.

Die Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit erhöhten sich in den ersten neun Monaten 2026 auf –339,1 Mio. € (Vorjahr: –284,1 Mio. €). Ursächlich für den Anstieg waren die höheren Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von –97,7 Mio. € (Vorjahr: –29,4 Mio. €), insbesondere zur strategischen Erweiterung des Produktlösungsangebots im Bereich Lagerautomatisierung und Lieferkettenrobotik. Demgegenüber nahmen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte nach dem erhöhten Investitionsniveau der Vorjahre auf –249,2 Mio. € (Vorjahr: –264,2 Mio. €) ab. Davon entfielen –73,5 Mio. € (Vorjahr: –98,6 Mio. €) auf aktivierte Entwicklungskosten und –175,7 Mio. € (Vorjahr: –165,6 Mio. €) auf sonstige langfristige Vermögenswerte.

Der Free Cashflow des Konzerns, dessen Definition mit Beginn des Geschäftsjahres 2026 angepasst wurde, belief sich in den ersten neun Monaten 2026 auf 121,1 Mio. € (Vorjahr: 392,8 Mio. €) Tabelle „Free Cashflow“.

Während der Free Cashflow bislang als Summe aus Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit und Investitionstätigkeit definiert war, werden seit dem Geschäftsjahr 2026 zusätzlich Zahlungsströme aus der Aufnahme und Tilgung von Finanzierungsinstrumenten (einschließlich zugehöriger Zinszahlungen und Finanzierungsbeschaffungskosten) berücksichtigt, soweit diese ausschließlich der Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts dienen. Die Definitionsanpassung wurde erforderlich, da erstmals Mittel aus allgemeinen Unternehmensfinanzierungen zur Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts eingesetzt werden. Ohne die Anpassung würden Zahlungsströme, die wirtschaftlich dem Leasing- und Kurzfristmietgeschäft zuzurechnen sind, aufgrund ihres Ausweises im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht im Free Cashflow erfasst. Durch die Anpassung wird eine sachgerechte wirtschaftliche Zuordnung dieser Zahlungsströme sichergestellt und die Vergleichbarkeit der Kennzahl im Zeitablauf gewährleistet. Aus der Definitionsanpassung ergab sich im Berichtszeitraum ein positiver Effekt auf den Free Cashflow in Höhe von 494,7 Mio. €, der aus der Einbeziehung der zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts aufgenommenen Mittel (abzüglich Ausgabeabschlag und Transaktionskosten) aus der Unternehmensanleihe resultierte.

Free Cashflow

in Mio. €

 

Q3
2026

 

Q3
2025

 

Verän-
derung

 

Q1 – Q3
2026

 

Q1 – Q3
2025

 

Verän-
derung

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

 

250,7

 

333,6

 

−24,8 %

 

−34,5

 

676,9

 

< −100,0 %

+ Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzverbindlichkeiten zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts

 

–

 

–

 

–

 

494,7

 

–

 

–

= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bereinigt

 

250,7

 

333,6

 

−24,8 %

 

460,2

 

676,9

 

−32,0 %

+ Cashflow aus der Investitionstätigkeit

 

−151,8

 

−102,7

 

−47,9 %

 

−339,1

 

−284,1

 

−19,4 %

= Free Cashflow

 

98,9

 

230,9

 

−57,2 %

 

121,1

 

392,8

 

−69,2 %

Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss in Höhe von 288,7 Mio. € (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von –825,6 Mio. €). Dieser enthielt insbesondere die im März 2026 begebene Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von 500,0 Mio. €. Wesentliche Mittelabflüsse resultierten aus der an die Aktionäre der KION GROUP AG ausgeschütteten Dividende in Höhe von –81,3 Mio. € (Vorjahr: –107,5 Mio. €) sowie den gezahlten Zins- und Tilgungsanteilen aus dem Beschaffungsleasing von insgesamt –152,7 Mio. € (Vorjahr: –163,5 Mio. €).

Der Bestand an flüssigen Mitteln verringerte sich zum 30. September 2026 auf 398,6 Mio. € (Ende 2025: 474,9 Mio. €).

Unter Berücksichtigung der frei verfügbaren, zum Berichtsstichtag in Gänze ungenutzten Kreditlinie in Höhe von 1.385,7 Mio. € (Ende 2025: 1.385,7 Mio. €) standen dem Konzern zum 30. September 2026 frei verfügbare liquide Mittel in einer Gesamthöhe von 1.783,5 Mio. € (Ende 2025: 1.859,9 Mio. €) zur Verfügung.

(Verkürzte) Kapitalflussrechnung

in Mio. €

 

Q3
2026

 

Q3
2025

 

Verän-
derung

 

Q1 – Q3
2026

 

Q1 – Q3
2025

 

Verän-
derung

EBIT

 

184,2

 

177,7

 

3,7 %

 

570,9

 

325,0

 

75,7 %

+ Abschreibungen1 auf langfristige Vermögenswerte (ohne Leasing- und Mietvermögen)

 

152,8

 

152,6

 

0,2 %

 

438,4

 

417,2

 

5,1 %

+ Netto-Veränderungen aus dem Leasinggeschäft (inkl.Abschreibungen1 und Auflösungen von passiven Abgrenzungsposten)

 

10,3

 

−30,4

 

> 100,0 %

 

−481,1

 

−66,8

 

< −100,0 %

+ Netto-Veränderungen aus dem Kurzfristmietgeschäft (inkl.Abschreibungen1)

 

−32,1

 

−9,0

 

< −100,0 %

 

−85,4

 

−15,9

 

< −100,0 %

+ Veränderungen Net Working Capital

 

−64,5

 

63,9

 

< −100,0 %

 

−202,3

 

109,9

 

< −100,0 %

+ Gezahlte Ertragsteuern

 

−31,3

 

−47,4

 

33,9 %

 

−85,6

 

−187,4

 

54,3 %

+ Veränderungen sonstige Rückstellungen

 

−11,0

 

−69,3

 

84,1 %

 

−134,4

 

146,1

 

< −100,0 %

+ Sonstige

 

42,4

 

95,6

 

−55,6 %

 

−55,0

 

−51,3

 

−7,4 %

= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

 

250,7

 

333,6

 

−24,8 %

 

−34,5

 

676,9

 

< −100,0 %

+ Cashflow aus der Investitionstätigkeit

 

−151,8

 

−102,7

 

−47,9 %

 

−339,1

 

−284,1

 

−19,4 %

davon Auszahlungen für aktivierte Entwicklungskosten

 

−19,8

 

−32,4

 

39,0 %

 

−73,5

 

−98,6

 

25,5 %

davon Auszahlungen aus dem Zugang von sonstigen langfristigen Vermögenswerten

 

−76,0

 

−58,6

 

−29,5 %

 

−175,7

 

−165,6

 

−6,1 %

davon aus Akquisitionen

 

−62,1

 

−18,3

 

< −100,0 %

 

−97,7

 

−29,4

 

< −100,0 %

davon aus der Veräußerung von Tochterunternehmen/sonstigen Geschäftseinheiten

 

9,6

 

–

 

–

 

9,6

 

–

 

–

davon aus sonstiger Investitionstätigkeit

 

−3,6

 

6,7

 

< −100,0 %

 

−1,8

 

9,5

 

< −100,0 %

+ Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

 

−93,3

 

−507,5

 

81,6 %

 

288,7

 

−825,6

 

> 100,0 %

+ Währungseinflüsse flüssige Mittel

 

2,0

 

−0,4

 

> 100,0 %

 

8,6

 

−11,8

 

> 100,0 %

= Nettoveränderung der flüssigenMittel

 

7,6

 

−277,0

 

> 100,0 %

 

−76,3

 

−444,6

 

82,8 %

1

Einschließlich Wertminderungen und Wertaufholungen

Kapitalstrukturanalyse

Die Netto-Finanzschulden (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich flüssiger Mittel) stiegen zum 30. September 2026, bedingt durch die unterjährig begebene Unternehmensanleihe, auf 1.196,0 Mio. € (Ende 2025: 584,0 Mio. €). Dies entsprach dem 0,6-Fachen (Ende 2025: 0,3-Faches) des EBITDA bereinigt auf annualisierter Basis.

Mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2026 hat KION die Definition der alternativen Leistungskennzahl „Industrielle operative Netto-Finanzschulden (INOD)“ angepasst. Zuvor wurde die Kennzahl als Summe aus Netto-Finanzschulden, Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft sowie Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing definiert. Ab dem Geschäftsjahr 2026 werden zusätzlich Finanzmittel in Abzug gebracht, die ausschließlich der Refinanzierung des Leasing- und Kurzfristmietgeschäfts dienen, bilanziell jedoch im Posten „Finanzverbindlichkeiten“ als Bestandteil der allgemeinen Unternehmensfinanzierung ausgewiesen werden. Die Definitionsanpassung wurde erforderlich, weil im Geschäftsjahr 2026 erstmals Mittel aus einer nicht zweckgebundenen Unternehmensanleihe zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts eingesetzt wurden. Während die Refinanzierung des Leasinggeschäfts bislang über gesondert designierte und unmittelbar zuordenbare Finanzierungsinstrumente erfolgte, werden die aus der Unternehmensanleihe aufgenommenen Mittel im Bilanzposten „Finanzverbindlichkeiten“ ausgewiesen. Ohne die Anpassung würden diese wirtschaftlich dem Leasinggeschäft zuzurechnenden Finanzmittel vollständig in den industriellen operativen Netto-Finanzschulden berücksichtigt, obwohl das zugrunde liegende Leasinggeschäft nicht dem Industriegeschäft zuzuordnen ist. Die Definitionsanpassung dient daher dazu, die Finanzierung entsprechend ihrer wirtschaftlichen Zugehörigkeit abzubilden, um die Aussagekraft und die Vergleichbarkeit der Kennzahl im Zeitablauf zu erhalten.

Zur Überleitung auf die industriellen operativen Netto-Finanzschulden (INOD) zum 30. September 2026 in Höhe von 2.248,3 Mio. € (Ende 2025: 2.158,3 Mio. €) werden zu den Netto-Finanzschulden zum einen die Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft in Höhe von 753,2 Mio. € (Ende 2025: 810,2 Mio. €) sowie die Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing in Höhe von 793,8 Mio. € (Ende 2025: 764,1 Mio. €) hinzugerechnet. Zum anderen werden entsprechend der geänderten Definition nunmehr die aus der Unternehmensanleihe zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts aufgenommenen Mittel (abzüglich Ausgabeabschlag und Transaktionskosten) in Höhe von 494,7 Mio. € zur Ermittlung der Industrieverschuldung in Abzug gebracht. Eine Anpassung der Vergleichszahlen für Vorjahre war nicht erforderlich, da die Refinanzierung des Leasinggeschäfts bislang ausschließlich über unmittelbar dem Leasinggeschäft zuordenbare Finanzierungsinstrumente erfolgte und somit keine Abweichung zwischen bilanzieller Darstellung und wirtschaftlicher Zuordnung bestand. Der Verschuldungsgrad auf Basis der industriellen operativen Netto-Finanzschulden (INOD) betrug das 1,2-Fache (Ende 2025: 1,2-Faches) des EBITDA bereinigt auf annualisierter Basis.

Industrielle Netto-Finanzschulden

in Mio. €

 

30.09.2026

 

31.12.2025

 

Veränderung

Schuldscheindarlehen

 

390,5

 

401,9

 

−2,8 %

Anleihen

 

975,5

 

496,8

 

96,3 %

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

 

119,1

 

118,0

 

1,0 %

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

109,4

 

42,2

 

> 100,0 %

Finanzverbindlichkeiten

 

1.594,6

 

1.058,9

 

50,6 %

Abzüglich flüssiger Mittel

 

−398,6

 

−474,9

 

16,1 %

Netto-Finanzschulden

 

1.196,0

 

584,0

 

> 100,0 %

Verbindlichkeiten aus dem Kurzfristmietgeschäft

 

753,2

 

810,2

 

−7,0 %

Verbindlichkeiten aus Beschaffungsleasing

 

793,8

 

764,1

 

3,9 %

Abzüglich Finanzverbindlichkeiten zur Refinanzierung des Leasinggeschäfts

 

−494,7

 

–

 

–

Industrielle operative Netto-Finanzschulden (INOD)

 

2.248,3

 

2.158,3

 

4,2 %

Nettoverpflichtung aus leistungsorientierten Pensionsplänen

 

413,0

 

527,5

 

−21,7 %

Industrielle Netto-Finanzschulden (IND)

 

2.661,3

 

2.685,8

 

−0,9 %

 

 

 

 

 

 

 

EBITDA bereinigt1 für die letzten zwölf Monate

 

1.955,0

 

1.867,5

 

4,7 %

 

 

 

 

 

 

 

Verschuldungsgrad auf Basis Netto-Finanzschulden

 

0,6

 

0,3

 

–

Verschuldungsgrad auf Basis INOD

 

1,2

 

1,2

 

–

Verschuldungsgrad auf Basis IND

 

1,4

 

1,4

 

–

1

Bereinigt um Effekte aus Kaufpreisallokationen sowie Einmal- und Sondereffekte

Das Konzern-Eigenkapital erhöhte sich zum 30. September 2026 auf 6.562,8 Mio. € (Ende 2025: 6.123,0 Mio. €). Dies entsprach einer Eigenkapitalquote von 34,0 Prozent (Ende 2025: 33,5 Prozent). Ausschlaggebend für den Anstieg des Eigenkapitals waren das im Berichtszeitraum erwirtschaftete Konzernergebnis in Höhe von 309,1 Mio. € sowie erfolgsneutrale Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 135,2 Mio. € und aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Pensionsbewertung (nach latenten Steuern) in Höhe von 70,0 Mio. €.

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